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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1919-01-01 · 22 (1919) · p. Seite 73

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
22 (1919)
Article
Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
Date
1919-01-01
Page
Seite 73 (sequence 6)
Language
German
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- 73 — Sie auf die fülle Frage des Herrn: „Wen soll ich schicken"? kräftigen Sinnes erwiedern: „Da bin ich, schicke mich"! DaS, müßte der Text zu Ihrer Antrittspredigt werden. Schreiben Sie mir doch recht bald und sagen mir auch, wie e§ mit der musiklosen Konfirmation geworden,ist und ob ohne Musik — die Harmonie zugenommen; bei Juden ist ein so verkehrtes Verhältnis nichts Seltenes! — Die Leipziger Prediger haben sich tapfer gehalten und der Gottesdienst hat die Messe bei weitem — übertroffen. Es ist in der Tat eine große Idee, in dem Tummelplatz der Weltgeschäfte ein Gotteshaus zu unterhalten und dort gerade die Herzen für das Bessere zu bearbeiten. Auch unser Tempel wurde in den verflossenen Festen gar viel und stark und mit Liebe besucht, und einen wohltätigen Eindruck ließ der Versöhnungstag zurück. Wozu haben Sie sich denn entschlossen? Da^ich diesmal zu Schach'rit die Predigt hatte, bei welchem Gebete alles noch im Tempel ist, so benutzte ich die Gelegenheit, die Gemeinde des Herrn, auf Nationalfehler, auf Geldstolz, Anmaßung und falschverstandener Religiosität aufmerksam zu machen, mit dem Texte: Macht Bahn, macht Bahn re. Einige der Reichsten fanden sich getroffen und stellten sich böse, darob ich mich sehr freue. — Die zu Sch'mini Azeret von mir gehaltene Predigt habe ich Herrn I. Raphael dediziert und Ihnen ein Exemplar durch denselben zugeschickt sowie Herrn Nathanson. — Von mir. selbst habe ich Ihnen noch zu berichten, daß ich unmittelbar nach meiner Zurückkunft von K. krank geworden bin und an 14 Tage das Zimmer hüten mutzte. Habe ich mich auf der See oder in Ihrem Tempel erkältet, der. am Ende noch weniger zu erwärmen verstehet, als dieses kalte Element, weiß der liebe Gott. Doch bin ich jetzt wieder recht wohl und arbeite mit meinem lieben Amtsfreunde vereinigt an dem Heiligtum, das der Herr bewacht. Wenn wir nur erst einen Schritt über den Kultus hinaus tun könnten! Vielleicht gelingt es umso eher, wenn Sie erst anderweitig fixiert sind und wir zum Besten des Gesamtisrael unsre Kräfte vereinigen können. Gott gebe es recht bald. Ihre Braut sehe ich öfters, gestern abend sah ich sie mit Z. und Frau bei mir. Wir waren recht munter und sprachen recht viel von Ihnen. Gott erhalte Sie und vergelte Ihnen nach Ihrem Tun, dann find Sie ftoh und glücklich wie es Ihnen herzlich wünschet Hamburg, den 21. Oktober (1822). Ihr Salomon. Sr Wohlgeb.! Herrn Katecheten Mannheimer zu Kopenhagen. III. Jnnigstgeehrter Freund! Vieles von dem, was ich Ihnen auf Ihr liebes Schreiben vom November v. Js.. erwiedert habe (fteilich haben Sie die Antwort Hägi

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