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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1919-01-01 · 22 (1919) · p. Seite 71

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
22 (1919)
Article
Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
Date
1919-01-01
Page
Seite 71 (sequence 4)
Language
German
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I. Hamburg, den 30. August 1822. - Geliebter Freund! Nicht aus bloßer Schicklichkeit, sondern in reiner Liebe, die mein Herz, nachdem ich Ihr Wirken und Ihre Resignation in der Nähe beobachtet, umso mehr für Sie fühlt, mache ich Ihnen die- Anzeige, daß meine Reise nach Kiel und hierher sehr glücklich von statten ging, und daß ich die Meinigen recht wohl angetroffen habe. — Mag ein besserer Gottesdienst dort zu Stande kommen oder nicht — aut jeden Fall wird Kopenhagen Interesse für mich behalten und meine Erfahrungen, auch in geistlicher Beziehung, um ein Bedeutendes vermehrt haben. Geben Sie mir daher recht' bald von dem, was dort an den Tag gefördert werden dürste, einige Nachricht und mögen Sie es auch im Innern beschlossen haben, einen andern Wirkungskreis zu wählen, lassen Sie den Entschluß nicht zur allgemeinen Kenntnis gelangen;' sonst sterben auch die Keime des Guten, die vielleicht in dem einen oder dem andern Gemüte Wurzel zu fassen im Begriffe stehen. Halten Sie Ihre Gedanken auf Berlin gerichtet, arbeiten Sie aber auch für Kopenhagen ... Zunz hat in Berlin vor einigen Wochen so unumwunden Und frei gesprochen, daß es allgemein hieß, er sollte suspendiert, werden, doch der freiere und vernünftigere Geist trug den Sieg davon; die Kommission, die über die Entsetzung entscheiden sollie, wurde selbst ihrer Funktionen entsetzt; eine neue ist erwählt, der die baldige Reorganisation des Tempels übertragen ist. So wird auch dort das Werk des Herrn fortschreiten und gedeihen. Ein Mehreres hierüber wird Ihnen Dr. Kley wahrscheinlich mitteilen; noch habe ich nichts Ausführlicheres hören können. Hören Sie nur nicht auf, die Wiener anzufeuern! Ich möchte so gern zehn Tempel in der Welt wissen, damit wir 20 Prediger zählen?' die kühn und furchtlos als Reformatoren auftreten und lösen und binden könnten; früher können wir kein Ganzes bilden und müssen, der eine auf diese, der andere auf .jene Weise, inkonsequent halten. Gott lasse uns die Zeit des Lichtes recht bald erleben. Amen! , Den übrigen Raum dieses Blattes widme ich freundschaftlichen Grüßen, die Sie, mein lieber Freund! gelegentlich an die Behörden bringen wollen. Ihren werten Eltern meinen herzlichen Gruß zuerst! Den herzinnigsten Gruß Ihnen, mein Lieber, voq Ihrem Salomon.. Sr^ Wohlgeb. l Herrn Katecheten Mannheimer zu Kopenhagen.

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