Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 22 (1919)
- Article
- Briefe Gotthold Salomons an Isak Noa Mannheimer
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 3)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
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gewohnten Ruhe den Ueberschwäng zu dämpfen und zur Ausreife zu mahnen versucht, wobei allerdings Salomon. als der inpulstvere die Oberhand gewinnt. („Ich stehe aber nicht so hoch wie Sie, um nicht auch an meinen Leistungen p ersönliche Freude hier auf unseren materiellen Planeten schon genießen zu wollen, und begnüge mich nicht dmnit, wenn die Bibel erst „nach meinem Tode" erscheint". (Brief XIV). Neben diesen gemeinsamen literarischen Auseinandersetzungen, wobei viele Hinweise und Hiebe auf bekannte Persönlichkeiten abfallen, gelangen auch die Anschauungen der beiden tatkräftigen Männer über die Zukunft ihrer Bestrebungen zum Ausdruck. Fast mit prophetischen Blick verkündete Salomon bereits im Jahre 1830 seinem Freunde den vollsten Erfolg seiner Bemühungen in Wien („Meiner Ansicht nach ist der Sieg, der Ihnen bevorsteht, weit größer und umfangreicher, denn sobald das Prinzip der Reform dort anerkannt sein wird — und der Geist wird wohl die Form sich erschaffen und erzwingen! — so wird Ihre Synagoge Norm werden für mehrere Königreiche". (Brief IV), eine Voraussage, die er im letzten erhalten gebliebenen Schreiben vom Jahre 1844 rückblickend wiederholen konnte: „Ihr Wort ist nicht auf steinigen Boden gefallen und Kopenhagen, Berlin und Wien mögen wie einst um Homer sich streiten, wem''Sie 4nehr angehören" (Brief XX). Salomon sehnte sich und gab diesem Wunsche häufig Ausdruck, Mannheimer in seinem Heim und in seiner Gemeinde aufsüchen zu können. Dies gelang ihm im Jahre 1863, wobei er am 17. September im Gottes hause seines Freundes als Gast predigte. Die Vertreter der Wiener Gemeinde dankten Salomon in einem nach Hamburg gerichteten Schreiben für den Genuß, den ihnen der „Gedankenzug eines Priesters geboten, der nach langer mittelalterlichen Dumpfheit die Weihe und das Licht in die Gotteshäuser brachte" (Ph Philippsont Salomon S. 192). Beides kommt, auch in den vorliegenden Briefen*) größtenteils zum Vorschein. —^ ‘) Bemerkungen vgl. S. 108 ff.