Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1919-01-01 · 22 (1919) · p. Seite 50

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
22 (1919)
Article
Der Ölberg im jüdischen Ritus
Date
1919-01-01
Page
Seite 50 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3111067-3111110-3117660--5953-3117740
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Hosch'ana-Tag auf den Berg (Olberg) steigen möchten, mit Züchtigungsgeräten in der Hand, so daß jeder, der einen Bann ausspricht, gegeißelt werdet. Nebenbei sei erwähnt, daß derselbe R. Salomo an denselben Adressaten im einem anderen Briefe auch schreibt, daß am Hosch'ana- Tage ein dort namhaft gemachter Gelehrter mit großer Mühe^) zum „ CH aber" (Genosse) kreirt wurde, was unsere Vermutung, daß in jener Versammlung auch die rabbinische Autorisation erteilt wurde, nur bestätigt. Wird auch in dieser Relation der Olberg nicht ausdrücklich genannt, so folgt dessen Rolle in dieser Sache dennoch aus der Analogie des ersteren Brieses des. R. Salomo, und überdies muß bemerkt werden, daß jener andere Brief fragmentarisch ist und wir tri ihm die Nennung des Olberges nur darum vermissen. Ein Wort mag noch gesprochen werden bezüglich des Datums, in dem all diese Handlungen aus dem Olberge vor sich gingen. Von jeher pflegten die Juden die Vorstände ihrer Gemeinden im Monate September hebräisch ungefähr Tischri) zu erwählen, wie aus talmudischen und patristischen Daten erhellt. Das ist einerlei mit der Ordnung sämtlicher Gemeindeangelegenheiten, die also ebenfalls' im Monat Tischri vor sich ging. Innerhalb dieses Monates, so scheint es, hat man gerade den Hosch'ana-Tag zum Gemeindetag gemacht. Warum? ist nicht ersichtlich. Soviel steht aber fest, daß in konservativen jüdischen Gemeinden deutschen Charakters — von den Gemeinden des ferneren Westens und des Orients habe ich keine genügende Kenntnis — die Ordnung der Gemeindeangelegenherten noch heutigen Tages am Hosch'ana Rabba vorgenornmen wird. Es pflegt das an jenem Abend zu geschehen, der die für diesen'Tag eingesetzte „Wachnacht" einleitet, wo man v also ohnedies versammelt ist und genügend Zeit hat; auch ist nicht zu vergessen, daß im Monate Tischri das jüdische Leben am kräftigsten pulsiert.. ’) Erinnert an das Jnquisitionsverfahren im kanonischen Prozeß der katholischen Kirche.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.