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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1919-01-01 · 22 (1919) · p. Seite 49

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
22 (1919)
Article
Der Ölberg im jüdischen Ritus
Date
1919-01-01
Page
Seite 49 (sequence 12)
Language
German
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verschlossen, der ja jetzt das hochheilige Bethaus der Moslims trug und als „Haram" allen Ungläubigen verwehrt bleiben sollte. Auch religiöse Bedenken jüdischer Art hielt die Juden zurück, den altehrwürdigen Platz zu betreten. Aber sehen wollte man die heilige Stätte des Tempels, in seiner Nähe wollte man verweilen, und dazu empfahl sich der Olberg von selbst. Noch für eine Handlung traurig feierlicher Art bot der Olberg den Schauplatz dar Wir meinen: die Verkündigung des großen Bannes. Wer die Riten des Bannesz. B. in dem späten Buche Picke di R. Eliezer (c. 38) liest, kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß sich diese Formen auch in späterer Zeit erhielten und daß gerade Jerusalem die geeignete Stätte ihrer Ausführung war Der „Tempel" gehörte dazu; 300 Priester, 300 Kttaben, 300 Posaunen und 300 Gesetzesrollen — das find nur die vorzüglichsten, ins Groteske getriebenen Angaben der Begleitumstände; die Leviten sollten auch Musik dazu machen. Ein oberster Gerichtshof war gleichfalls dazu nötig, und wir wissen bereits, daß als solchen sich das „Synedrion" zu Jerusalem gerierte. Die Verhängung eines Bannes drohte auch der oben genannte Ben Mei'r seinen Gegnern an: Die Behörden, und seien es nun solche des islamischen Morgenlandes oder solche des christlichen Abendlandes, sahen die fürchterliche Waffe des Bannes nicht' gern in der Hand der jüdischen Autoritäten, und so suchten sie, dieselbe ihnen,zu entwinden. So schreibt auch R. Salomo an R Efraim b. Schemarjah, „daß eine Verordnung kam von seiten der Regierung und.von seiten des „Nagid" dev Heere (wahrscheinlich ein moslimischer militärischer Befehlshaber)^) an den Nagid in Ramleh^), daß er (die Juden) verwarne, keinen Bann auszusprechen . . Dieser schrieb nun an die Behörden der heiligen Stadt, daß sie am ') Palästina wurde damals von Ägypten aus verwaltet. *) Ramleh, Städtchen unweit von Lydda. spielte einmal in der Geschichte des Landes eine große Rolle; s. Raumer Palästina, 4. Auflage, S. 21 > ff. Der hier genannte „Nagid" von Ramleh ist wiederum nur ein moslimischer Berwaltungsbeamter. . - - ' ' ' 4 '

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