Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 22 (1919)
- Article
- Der Ölberg im jüdischen Ritus
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 5)
- Language
- German
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- - 42 — auf dem Olberge nicht wenig Vorrichtungen getroffen worden sein. In Positiver Weise hören wir nur von einem Badehause, das daselbst angebracht war, in welchem sich der amtierende Priester, der vorher eigens rituell unrein gemacht wurde, zu reinigen hatte. Dieses Badehaus, ffo wird uns überliefert, wie auch die Stätte des Scheiterhaufens und die Lagerung der Kuh, waren unterhöhlt, was ebenfalls seine bestimmten rituellen Gründe hatte. Gebunden mit einem aus Binsen gedrehten Stricke, hätte die Kuh den turmhoch gebauten Scheiterhaufen gar nicht besteigen können, und so sagt die Überlieferung, daß man sie mit Menschenkraft daraus beförderte; glaublicher erscheint uns aber jene andere Überlieferung, wonach für die Kuh eine eigene Rampe zum Aufstieg, ja, nach einer dritten Ansicht, eine mechanische Hebevorrichtung erbaut war. Von der von der verbrannten Kuh gewonnenen Asche wurde ein Dritteil in der Säulenhalle des Tempels, ein zweites Dritteil aber auf dem Olberge aufbewahrt, jenes zur ewigen Aufbewahrung, diese um zur Lustration der Priester zu dienen; das letzte Dritteil kam an sämtliche Priesterabteilungen und diente zur Lustration des gesamten Volkes. All dies, nebst zahlreichen Einzelheiten, liest man in Mischna und Tosefta „Para" o. 3. Wir können aber diesen Punkt nicht beschließen, ohne, in Ansehung der Kriegsereignisse, daran die Bemerkung zu knüpfen, daß noch eine Zeit kommen kann, in der die Substruktionen der erwähnten Bauten zum Vorschein kommen, namentlich auch die beiderseitigen Unterlagen der namhaft gemachten Brücke, die, in Anbetracht der verhältnismäßig weiten Spannung, ziemlich fest gewesen sein muß. Man vergleiche den sogenannten Robinson- und Wilson-Bogen, die die ehrwürdigen Reste sind von Übergängen, die von dem Tempelberge zu anderen erhöhten Punkten der Stadt führten. Die Erscheinungen, die wir von nun an betrachten werden, sind wesentlich anderer Art. Die Juden sind nicht mehr die Herren zu Jerusalem; einen Opserkult gibt es nicht mehr. Selbst das Betreten der Stadt