Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 22 (1919)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 12)
- Language
- German
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29. Evangelium und die Juden der Gegenwart" von H. Keß- Ier; „Das Ostjudentum" von G. M. Loewen; „Luther und die Juden" von E. Schaesfer und „Das Recht der Judenmission" von O. Rehfeldt. Geschichtliche und wissenschaftliche Objektivität wird man in solchen Tendenzschriften nicht suchen. Mich über Einzelheiten mit den Verfassern auseinanderzusetzen — dazu fehlt es mir hier an Raum. Aber die rührig und mit verschiedenen Mitteln betriebene judenmissionarische Agitation darf von jüdischer Seite nicht übersehen und unterschätzt werden. Die Zeit ist hoffentlich nicht mehr fern, in der man ihr wirksam entgegentreten wird.. Zur modernen jüdischen Geschichte gehört zweifellos auch die Statistik, was schon Zunz vor einem Jahrhundert richtig erkannt hat. Es ist eine erfreuliche Erscheinung, daß dies in . jüdischen Kreisen immer mehr beachtet wird. Die statistische Wissenschaft, verbunden mit praktischen Untersuchungen und Arbeiten auf diesem Gebiet, hat intensive Pflege gefunden. Obenan steht das Bureau für Statistik der Juden in Berlin, das im Jahre 1914 sein zehntes Jahr vollendet hat. Aus diesem Anlaß wurde eine Sammelschrift „Statistik der Juden" vorbereitet,,die infolge des Krieges erst im Jahre 1918 erscheinen konnte.. Sie enthält eine Reihe von gediegenen Aufsätzen, die aus der Feder von Fachmännern oder sonst im öffentlichen Leben praktisch arbeitender Männer geflossen sind. Auf dem Gebiet der Archäologie ist vor allem eine große wissenschaftliche Forschung zu erwähnen: „Rephaim, die vorgeschichtliche Kultur Palästinas und Phöniziens" von P. Karge. Die Palästinaforschung, die seit Jahrzehnten einen immer größeren Umfang annimmt, ist in der letzten Zeit zur vorgeschichtlichen Epoche des heiligen Landes übergegangen. Diese neueste Phase ist allerdings erst jetzt in Erscheinung getreten, und wir stehen noch in deren Anfängen. Das vorliegende Werk umfaßt mit großer Gründlichkeit alles bereits vorhandene Material, das der Verfasser durch eigene Arbeit auf palästinischem Boden stark bereichert hat. Es ist der erste und vielleicht entscheidende Versuch auf diesem Gebiet. Viele Abbil-