Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 22 (1919)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 4)
- Language
- German
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21 der Bibelkunde, die auch im letzten Jahr durch manche wertvolle Forschung bereichert wurde. Eine kleinere Schrift von E. König, „Kanon und Apokryphen", bietet in knappen Umrissen eine geschichtliche Darstellung von der Entstehung des biblischen Kanons, dessen Abschluß und Abgrenzung gegen die in die Sammlung der heiligen Bücher nicht aufgenommenen Schriften. Obwohl diese Studie in der Hauptsache zur Aufklärung über die Stellung der biblischen Schriften in'den Kirchen bestimmt ist, verdient sie auch in jüdischen Kreisen gelesen zu werden. Sie enthält viel Wissenswertes über die Art und Weise, wie der Kanon entstanden ist, und über die Geltung, die er bei den Juden gefunden hat. Eine größere Arbeit, welche die Bibelsorschung im allgemeinen betrifft, liegt in holländischer Sprache vor: „Algemeene inleiding tot de heilige Schrift“ (eine Geschichte des biblischen Textes) von P. G. Groenen. In dänischer Sprache ist erschienen ein „ Bibel Haandbog til det gamle Testament“ herausgegeben von H. P. Hansen. Beachtenswert ist das Vordringen der modernen Bibelkritik nach Spanien, wo diese Wissenschaft bis vor nicht langer Zeit als streng verpönt galt. In spanischer Sprache ist erschienen — allerdings in Rom gedruckt — eine „Breve introduceiön a la critica textual de Antiguo Testamento“ und „1° Samuel 1—15“, beide von A. Fernändez Truyols. Einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Bibeltextes bietet die Studie „Uber einige alttestamentliche Handschriften des Abessinierklosters S. Stefano zu Rom" von A. Rahlfs. Man wird es begreiflich finden, daß der Prophetismus Israels jetzt mehr denn je im Vordergrund des Interesses steht und die Gemüter weit über die Grenzen des theologischen Fachkreises beschäftigt. Man lauscht den Worten jener einzigartigen Gottesmänner, die so streng und leidenschaftlich zu strafen, aber auch gleichzeitig zu trösten und zu erheben verstanden. Es liegen vor mir einige Schriften, in fremden Sprachen. H. Gunkels vortreffliche Darstellung „Die Propheten" (vergl. Jahrbuch 1918, S. 22) ist in dänischer Übersetzung („Israels Profeten“ übersetzt von