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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 176

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Dichterruhm
Date
1918-01-01
Page
Seite 176 (sequence 52)
Language
German
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/ — 176 — Friede! hatte heiße Backen bekommen.'^ Das Wort, das schamhaft zu Tode gebrachte, plötzlich freimütig wieder auferstandene, hatte sie maßlos erregt. Von ihrer dumpfen Schwermut war nichts mehr in ihr. Sie konnte wieder einen recht spitzbübischen Blick durch das Türfenster über das gesamte Warenlager des Böhmschen Hauses nebenan hinwerfen und in des Vaters feierlich ehrbarem Tone wiederholen: „Unberufen!" Der Einwurf befriedigte ihn sichtlich. Er nickte einverstanden. „Ich war der Aelteste von fünf Geschwister, un wie ich dreizehn Jahre gewesen bin, hat mein seliger Vater gesagt: „So, mein Jingelchen, ich kann Dr nu nich mehr ernähren. Nu biste unberufen alt un groß genug, hier haste sechs gute Groschen. Nu geh un ernähre Dr selber, un bleib brav un mach mer keine Schande nich". Wie ich untern Hause bin, begegnet mer der Kreisdoktor. „Nu, Jung, wohin so früh?" hat er gemacht. Ich war nebbich immer en kränklich Jingelchen gewesen, er hat mer gekennt. Ich haben de Sache erzählt, da hat er mer angeguckt un gelächelt, bis er ne ganz rote Nase gekriegt hat, un hat gesagt: „Armes Kerlchen!" Un hat mer en Taler m de Hand gedrickt un is dervon. For die sechs gute Groschen Hab ich Haarnadeln un Schuhbänder un Zwirn gekauft un Hab se losgeschlagen un bin kein Kozen derbei geworn, aber der selige Vater is zufrieden gewesen. Von den Taler sagte ich ohsser e Wort. Ich hatte so meine Pläne. Der selige Vater sollte Augen machen Nä, was soll ich viel sagen? wie ich den ganzen andern Tag gelaufen bin, un se Ham mer Haus for Haus ausgelacht, wo ich de alte Hose angeboten Hab, k»mm ich mit e Kopp wie e Kochtopp zu Hause, un der selige Vater sagt: „Nu? wo haste den Erlös? un was haste da forn Lappen iwern Arm?" „Erlös heite noch nich, Vaterleben, un de Hose ha6 ich gestern in de Stadt gekauft. Aber ich bin se noch nich los geworn". Der selige Vater nimmt se in de Hand. Er beguckt se rechts, er beguckt se links, er hält se gegens Licht un befühlt se — mir wird nebbich immer mießer un mießer — dann * sagt er endlich, und schitteli miten KoPp: „So e Schlemihl!

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