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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 168

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Dichterruhm
Date
1918-01-01
Page
Seite 168 (sequence 44)
Language
German
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.168 und interessiert zu. „De Hermanns haben aüch immer so ne Stuß gemacht. Zu jeden Geburtstag von den Jungen ham se Lichter angebrennt und Ham en beschenkt wie e Prinz. Zu was? Wenn meine Geburtstag hatten, Hab ich se vorgenommen und Hab se vermahnt und se ins Gewissen geredt, wie sich ihre Eltern quälen un wie sauers is, en Groschen zu verdienen, daß se ehrlich un orndtlich und fleißig sollten wern. Nu, Gott sei Dank, se sins je auch geworn". Er starrte nachdenklich in die Luft. „Ich Hab mer immer gesagt, se sitzen nich ewig in de warme Stube bei de Eltern. Me muß se fors Leben erziehen. Se missen sich wehren kennen gegen de Kälte draußen". „Ja, Väterchen", sagte sie leise und in ganz bescheidenem Ton. „Aber es ist doch nicht immer Winter. Man muß ein Kleid für den Winter haben und eins für den Sommer". Er sah sie wie zweifelnd an. Dann sagte er mißtrauisch: „Was redste da sor Weisheiten? Willste mir alten Mann noch belehren?" „Aber wo werd ich denn, Väterchen", sagte sie lachend und beugte sich über sein Bett. „Ich' meine nur, wenn ich — ich will mal sagen", und nun wurde die schamlose Schriftstellerin doch feuerrot — „wenn wir mal Kinder bekämen — da möchte ich sie so erziehen, daß sie ernst, aber auch recht vom Herzen fröhlich sein könnten. Ein Kleid für den Wind und eins für die Sonne sollen sie haben, und sie sollen auch mal sehen, wie wo anders das Wetter ist". Und da sah es doch aus, als wollten sich des Alten Lider leis röten, und er sagte mit duldsam großväterlichen Lächeln wie gerührt: „Laß se erst da sein. Laß se erst mit Gottes Hilfe gesund da sein. Dann erzieh 'se, wie De denkst. For meine Enkel", er atmete tief auf, „so Gott will, wenn ichs erlebe, lerne ich chotschek noch emal um". 12. Kapitel. Friede! gehörte der Krankenstube so ungeteilt mit all ihrer Zeit, ihren Kräften und Sinnen, daß Max —

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