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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 142

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Dichterruhm
Date
1918-01-01
Page
Seite 142 (sequence 18)
Language
German
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t — 142 — „Womit kann ich dienen? Mein Name ist —" Friede! verstand ihn natürlich nicht. „Ach, ich wollte nur, — ich möchte bloß —" Sie wurde so hilflos rot, daß dem Manne vor ihr eine überlegene Sicherheit des Auftretens wurde, obgleich er sonst nicht gerade den Eindruck eines Weltmanns machte. „Was steht zu Diensten?" Sie stammelte, daß sie Frau Böhm sei, und daß sie neulich eine kleine Skizze „Werdendes Glück" gebracht habe und die nun wieder abholen wolle. Und den Herrn Redakteur erfaßte das Wohlwollen des Mächtigen dieser verschüchterten Hilflosigkeit gegenüber. „Abholen? Das wird wohl zu spät sein", sagte er lächelnd, gönnerhaft. „Die Skizze ist bereits gesetzt. Sie ist allerliebst". Und dann schlug er diskret die biersrohen wasserblauen Äuglein nieder, um seinem fassungslosen Gegenüber Zeit zu lassen, wieder zu sich zu kommen. „Die Skizze soll anonym erscheinen, nicht wahr?" Und da jubelte es Verhalten, wie von tausend Freuden durchzittert: „Nein! bitte nicht! Setzen Sie meinen vollen Namen darunter. Frieda Böhm heiße ich. Also: „Werdendes Glück" von Frieda Böhm". Und dann rannte sie davon. Eine heillose Angst hatte sie erfaßt, er könne nun auch vom Honorar reden, und das — hätte sie nicht auch noch ertragen können. Es war so schon zu viel. Wie sollte sie nun unbefangen, mit einem gewöhnlichen Alltagsgesicht, ins Zimmer treten? Nach diesem Erlebnis lag ja schon Minnie Hermanns Biedermeiersalon und alles, was darin gesprochen worden war, weit, weit hinter ihr. Oder doch nicht? Wie war sie dazu gekommen, zu sagen: „Setzen Sie ruhig meinen vollen Namen darunter". In ihrem Begleitschreiben, das sie der Skizze beigelegt hatte, hatte sie doch so beschwörend an das Redaktionsgeheimnis gemahnt, falls es — angenommen — werden-- sollte —. Nun war es angenommen! Ach ja, sie hatte schon Glück! Und nicht nur das. Aus demselben Weg, gleichsam als Vorbereitung dazu, war ihr eine begegnet, eme Freiere,

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