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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 136

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Dichterruhm
Date
1918-01-01
Page
Seite 136 (sequence 12)
Language
German
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— 136 — „Das glaube ich nämlich auch", sagte Eva und stellte wenig wohlgelaunt ihren Stuhl zurück. Sie ärgerte sich, daß ihre Schwägerin am Wäschetag fortgehen sollte. Und daß keiner davon gesprochen hatte, daß sie mitgehen solle. 4. Kapitel. „Geliebtes, da sind Sie ja doch noch!" jauchzte Frau Hermann auf und umhalste stürmisch ihren Gast. „Ich habe nicht gedacht, daß Sie noch kämen. Haben Sie sich heute auchschon so viel gelangweilt wie ich?". Friedei kicherte vergnügt. „Wir hatten große Wäsche", sagte sie und blickte krampfhaft zu Boden. Sie wußte, wenn sie jetzt aufgeblickt hätte, dann wäre der Bann gebrochen gewesen, und sie wäre herausgeplatzt mit ihrem Lachen. Sie amüsierte sich auf einmal so über all die wichtigen Wäscheerlebnisse und ihre ärgerliche Ungeduld dabei. Nein, nein, mokieren wollte sie sich nicht über ihres Max Allernächste. Sie durfte nicht mit Frau Hermann lachen. „Meinen herzlichsten Glück- und Segenswunsch", sagte diese im bewegten Ton und drückte Friede! warm die Hand. „Sie waschen mit?" fuhr sie in demselben Tone fort. Friede! nickte. „Sie Glückliche! Meine Schwiegermutter hat mich dieses Vertrauens noch nicht gewürdigt. Ich beneide Sie. Es muß schön sein, Herrn Aron Böhm die Unterhosen waschen zu dürfen". „Ach, lassen Sie doch meinen Schwiegervater", sagte Friede! nicht böse, aber doch abschließend. „Sie denken sich das alles ganz anders". „Das glaube ich", sagte die andere immer noch in dem tiefernsten Ton. „Wie komme ich dazu, Ihrem Herrn Schwiegervater Unterbeinkleider zuzutrauen? In Krotomischel! Ein Gigerl aus diesem würdigen alten „Ach, quatschen Sie nicht?" wehrte Friede! lachend und sah sich wohlig in dem reizenden Zimmerchen um. Seine kleinstädtische Enge und Niedrigkeit widersprach nicht der Modelaune, just das Biedermeier im zwanzigsten

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