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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 132

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Dichterruhm
Date
1918-01-01
Page
Seite 132 (sequence 8)
Language
German
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132 — sie aber doch. Nein, man saß aber auch gerade wie auf"' der Straße in dem niedrigen Parterre. „O Gott, btf alte Herr Hermann hat's gesehen. Der wird sagen: „Ist das ne alberne Liese! Ganz bös und ernst sah er aus." t „Was heißt bös un ernst?" sagte der Vater. „Nebbich« wie lauter Zores hat er ausgesehen. Ohßer küßt ihn seine Schwiegertochter". „Nein, das glaube ich sogar auch nicht", sagte Friedelundmußte lachen bei der Vorstellung. Lrau Minnie machte - kein Hehl aus ihren schwiegertöchterlichen Gefühlen. „Wenn er mir das sagt", fuhr der Alte ernst fort, ■ „geb ich en zur Antwort: „Mein lieber Hermann, Dur warst e Schlemihl, solange ich Dich kenne, also unberufen nahe an de siebzig Jahre, und hast immer e Oberchochem sein wollen. Hast wunder gedacht, was for ne Meziee Dir der Joseph Cohn da anbringt. Ich verlasse mich oßer auf Joseph Cohn. Noch nich emal, wenn ich en Stick Ware brauch. Un wenn ich ne Schwiegertochter ins Haus haben will, mach ich erst recht meine - eigenen gesunden Augen unberufen auf". Jetzt sah aber Max doch ein bischen erstaunt und nachdenklich aus. Wie? Auch diesen Einkauf hatte der Vater mit seinem unantastbar guten Geschmack erledigt? „Ich Hab schon gewußt, was ich tat", wehrte er sich. Aber der Vater merkte nicht den kleinen Auflehnungsversuch. „Nu, gewiß. Mir bringt kein Sohn eine ins Haus, die mer nich paßt." „Und mit der — der Hermann mußt Du gar nicht gehen", sagte Max, der betonen zu wollen schien, daß.. schließlich er der Ehemann war. „Ich will es nicht, daß Du mit der verkehrst". Friede! wollte beinahe ein wenigheftig erwidern, daß man das doch einem Menschen nicht so ohne weiteres versagen könne. Der Schwiegervater kam ihr zuvor. „Was heißt: Du willst nich? Haste Deine Frau was zu befehlen un zu verbieten? Hab ich Deine Mutter schon emal was verboten, so lange wie de auf de Welt bist? Jettchen, Hab ich Dir schon emal was verboten?" Er sagte es in erhöhtem und so«

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