Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 21 (1918)
- Article
- Ein klerikaler Laienhebraist und Judengegner vor 1870
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3111067-3111108-3117449--5821-3117597- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Am 21. August stellte Sepp mit 45 ulträmontanen Gemässen folgenden Antrag zur Debatte über die Kirchenfrage (©. 107): „Die Freiheit jeder Gottesverehrung und ihrer öffentlichen Ausübung ist verbürgt.... Die bestehenden und die sich bildenden Religionsgesellschasten sind als solche unabhängig von der Staatsgewalt, sie ordnen und verwalten ihre Angelegenheiten selbständig .... Die Bestellung von Kirchenbeamten unterliegt keiner Mitwirkung Vonseiten der Staatsgewalt, auch nicht vermöge Patronatsrechts .... Jeder Religionsgesellschaft wird der Besitz und die freie Verwendung ihres Vermögens sowie ihrer für Kultus-, Unterrichts- und Wohltätigkeitszwecke bestimmten Anstaltengewährleistet". Man braucht hier kaum zu betonen, Laß diese bedeutsamen Anregungen zum Thema Trennung von Kirche und Staat nur auf die Unabhängigkeit der römisch-katholischen Konfession abzielten.. Die Karikaturen Eduard von Steinles, des ausgezeichneten Frankfurter Künstlers, mit dem er viel verkehrte, besprechend, erzählt Sepp (S. 123): „Als Gritzner aus Wien im Interesse von fünf schwäbischen und pfälzischen Geistlichen im Parlamente den Antrag auf Abschaffung des Cölibats stellte und dafür selbst die Unterschriften von Somaruga, Möring, Schreiner, Schilling, Jeitteles und Gutherz, lauter Oesterreichern, erhielt, erschien eine Zeichnung, welche Juden nach einem Schweinskops lüstern darstellte, ¥ der bekränzt auf einer Tafel stand, während andere an §? Schweinsfüßchen nagten. Die Unterschrift lautete: Drinjjgender Antrag ,Die Nationalversammlung wolle wegen f Aufhebung des unnatürlichen Verbots des Schweine- ' f stoisches mit dem hohen Synedrium in Jerusalem in ff Verhandlung treten und wegen Wichtigkeit des Gegenj stand es durch einen besonderen Ausschuß sich Bericht I erstatten lassen"' (S. 123). j Als Abgeordneter in der bayerischen Abgeordnetenkammer stellte Sepp am 18. Oktober 1849 die Anfrage L sS. 127), „wie es bei der Spaltung jüdischer Gemeinden jj in alte talmudische und in neologische oder sogenannte ' II emanzipierte Juden mit der Anstellung der israelitischen? Religionslehrer zu halten sei". Die ausführlichste und |