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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 119

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Ein klerikaler Laienhebraist und Judengegner vor 1870
Date
1918-01-01
Page
Seite 119 (sequence 4)
Language
German
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Es folgt (S. 47) das Kapitel „Sepp und Haneberg", d. i. der nachherige (1854—72) berühmte Münchner Benediktinerabt und (1872—76) Bischof von Speyer. Darin heißt es: „Die innigste Freundschaft verband Sepp von früh auf mit Daniel Haneberg. Wohl dem bedeutendsten alttestamentlichen Theologen seiner Zeit. In demselben Jahre .... wie Sepp .... geboren, hatte Haneberg schon als Gymnasiast sich des Hebräischen beflissen und in hebräischer Sprache Briefe mit einem talmudisch gebildeten israelitischen Lehrer in der Nachbarschaft gewechselt, der über seine Fortschritte erstaunt war. Sein Eifer regte auch seinen Bruder zu gleichem Studium an, so daß dieser ihn am Tage der Primiz*) beim Einzug in das Elternhaus mit einer hebräischen Inschrift über der ■ Tür begrüßen konnte und im Scherz der Kibbuzbauer genannt wurde". Sepp „bekannte jederzeit offen, daß er seiner (Hanebergs) Belehrung namentlich in bezug auf die Rabbinenliteratur viel zu verdanken habe. Haneberg durchging nämlich vom dritten Bande des (Seppschen) Lebens Jesu an das ganze Manuskript, um die hermeneutische Ausbeute zu vervollständigen" (S. 48). Mancherlei anziehende Beobachtungen über I. M. Sepps, der sein Lebtag ein „Laientheologe" blieb (S. 34), Stellung zum Judentum liefert seine erste große Reise ins europäische Morgenland und dann ins türkisch-semitische Vorderasien im Jahre 1845. Originell ist da der Ausdruck der Enttäuschung des begeisterten Griechenfreundes (er nannte sich selbst Philhellene) im Tagebuch, wo es nach der Feststellung, die altgläubigen Griechen haßten die „Lateiner" d. h. die Römisch-Katholiken, mehr als den Moslem, heißt: „War es doch Sepp begegnet, daß er von der Jugend Hebräer und Jskariot gescholten wurde". Für Saloniki gibt Sepp statistisch an: „Ein einziger Priester versah die Seelsorge für etwa 280 Katholiken, dagegen rechnete man 15 000 Griechen neben 30 000 Juden, meist Sephardim aus Spanien, und zwar ist hier ein Hauptsitz der Sabbatianer, jener Sohar- 0 Erste Abhaltung des heiligen Meßopfers durch einen jungen Priester (Primiziant).

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