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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 75

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Der Weltkrieg und die biblische Kulturmission
Date
1918-01-01
Page
Seite 75 (sequence 20)
Language
German
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MM kZ'HW — 75 — ausstreckt, ferner die Vorschrift, die vergessenen Garben nicht nachträglich zu holen, — die verjährte Schuld nichtzu fordern, — die zum Lebensunterhalt unentbehrlichen Objekte nicht zu pfänden, — ebenso die vielen Be- . stimmungen über die Schonung der Tiere, denen gleich dem Menschen die Sabbathruhe gegönnt ist, sowie daß. ein Vogelnest mit Rücksicht auf das Muttergefühl nicht ausgehoben' werden darf u. s. w. Alle diese und viele ähnliche Forderungen fließen direkt aus der Natur des biblischen Gottes, der sich seinem treuen Diener, der ihn seinem wahren Wesen nach kennen zu lernen wünscht, als der gnädige, barmherzige langmütige, huldvolle und . allgütige Gott offenbart. Nur ein Gott, der den Schwachen liebt, kann die Nächstenliebe auch auf den armen Ausländer ausgedehnt zu sehen wünschen (3. M. 19, 84). Wie jene moralischen Gebots, so sind auch die Begriffe der Keuschheit sowie der Heiligkeit des Ehebundes, die dem alten Heidentum völlig fremd waren, der Natur des Gottes entnommen, der,da spricht: „Heilig sollt Ihr sein, denn heilig bin ich, der Ewige, Euer Gott" (3, M. 19, 2). Die auf die Unkeuschheit gesetzten Strafen sind nicht minder schwer als jene, die auf moralische Verbrechen folgen, und die Urbewohner Palästinas werden ihres unkeuschen Lebenswandels wegen, ebenso wie für die sonstige Entartung, der Ausrottung preisgegeben (3.N. 18,24—29). „Wie sollte ich ein so großes Uebel tun und wider Gottsündigen?" ruft der junge Josef seiner Gebieterin zu. Für die hohe sittliche Auffassung der Ehe im alten Israel, spricht auch schon das sehr beachtenswerte Moment, daß, das Verhältnis Gottes zu Israel öfter im Bilde der Ehe dartzestellt wird. Aus ihrem geläuterten Gottesbegriffe hat die Bibel alle ethischen und religiösen Lehren abgeleitet. Ein Gott, der nur des Menschen.Bestes will, muß nicht allein das Menschenopfer, sondern auch weitgehende Askese verabscheuen. Ein Gott, in dessen Nähe nur der Tugendhafte und Sittenreine wohnen darf, kann seiner Natur nach mm zu Menschen, die durch einen reinen Lebenswandel sich auszeichnen, — wie die Propheten Israels es waren, —

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