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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 74

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Der Weltkrieg und die biblische Kulturmission
Date
1918-01-01
Page
Seite 74 (sequence 19)
Language
German
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— 74 Sklave in Aegypten gewesen bist", und Hiob 31, 13; spricht: „Wenn ich das Recht Meines Knechtes oder meiner Magd verachtete, so sie im Streite waren mit mir, was wollte ich da tun, wenn Gott aufstünde, — und wenn er untersuchte, was ihm erwidern? Hat nicht, der mich schuf, auch ihn im Mutterleibe geschaffen, und hat -nicht einer im Mutterschoß uns bereitet?" Zu allen Opfermahlzeiten wurde auch der Sklave zugezogen und die Beschneidung, das höchste Ehrenzeichen Israels, wurde dem mchtjüdifchen Sklaven zuteil. - Die Konsequenz der Moral des Starken zeigt sich nicht minder brutal in ihrer Anwendung auf die Kriegsgefangenen. Auch hierin bieten selbst die edelsten Völker des Altertums eip grauenhaftes Bild. Es genügt, an die Gladiatorenkämpfe zu erinnern. Bei dieser beliebtesten Belustigung des römischen Volkes wurden zum Ergötzen des Publikums, in dessen Reihen auch die berühmtesten Philosophen und Künstler zu sehen waren, Kriegsgefangene zum Kampfe auf Leben und Tod in die Arena getrieben, wo sie meist von den Raubtieren zerfleischt wurden. Nach der Bibel darf der Kriegsgefangene nicht einmal als Sklave weiter verkauft werden. Sehr zahlreich sind die sonstigen moralischen Gebote und Forderungen, durch die die biblische Lehre alle Religionen und moralischen Vorschriften des Altertums überragt. Wir beschränken uns jedoch darauf, nur diejenigen abstrakten ethischen Grundbegriffe hier zu nennen, welche ganzen Komplexen von moralischen Satzungen und Gesetzesvorschriften als Basis dienen, und unterlassen es daher, die einzelnen Gesetze und Bestimmungen aufzuzählen, die nur die Konsequenzen jener sind. Oder sind die unzähligen biblischen Anordnungen betreffs der Schonung und Unterstützung der Armen und Dürftigen anderes als direkte Folgerungen aus der Lehre von dem einen Gotte, der den Schutz des Schwachen gegen die Uebermacht des Starken fordert? Das Gebot von der Abgabe des Zehnten, von dem Zurücklassen eines Teiles der Ernte für die Besitzlosen, von dem Geben und noch einmal Geben an jeden, der die Hand

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