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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 61

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Der Weltkrieg und die biblische Kulturmission
Date
1918-01-01
Page
Seite 61 (sequence 6)
Language
German
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und umwälzend auf ein Volk zu-wirken, wenn auch die großen Massen desselben wenigstens für die Grundideen dieser Lehre, für ihre elementarsten Begriffe empfänglich sind. Sind aber die breiten Volksschichten den neuen Anschauungen unzugänglich, versperren die die Massen beherrschenden alten, rohen Vorstellungey den neuen, befreienden Lehren den Weg, dann bleibt die neue Doktrin an der Peripherie, an einzelnen Auserlesenen haften,, dringt in'das Innere des Volkes nicht ein, und dementsprechend bleibt auch ihr Einfluß nur ein sehr oberfläch-. licher. Wohl werden vereinzelte HÜchveranlagte Individuen von diesem neuen Lichte durchstrahlt, diese aber fühlen sich dann von; Volkskörper abgesplittert, von der Masse losgelöst und bilden einen engeren Kreis für sich, der ohne wesentliche Einwirkung auf das Volk bleibt. Wenn wir seit Jahrzehnten Kinder vornehmer heidnischer Familien an europäischen Hochschulen sich moderne Bildung aneignen sehen -und wissen, daß sie ihre Völker kulturell nicht zu heben imstande sind, so müssen wir den Grund darin suchen, daß die heidnischen Religionsanschauungen jener Völker jeglicher Kulturförderung hindernd in den Weg treten. Wo die in der Natur wirkenden Kräfte als Geister und Dämonen gefürchtet und angebetet werden, da ist für wissenschaftliche Weltbetrachtung kein Raum. Wo man in den Sternen Götter verehrt, da kann es wohl eine Astrologie, nicht aber eine Astronomie geben. Wer die Naturgesetze als Launen der der Materie innewohnenden Geister betrachtet, der kann weder Physik und Chemie noch gndere Naturwissenschaften treiben. Rur * wo man in der ganzen Natur nichts als leblose Materie und tote mechanische Kräfte sieht, nur da kann eine wissenschaftliche Weltanschauung gedeihen. Darin liegt des Rätsels Lösung! Auch im alten Hellas und Rom galt dem einfachen Manne aus dem Volke jede wissenschaftliche Forschung als eine Ketzerei. Der fromme Sokrates, der den Göttern geopfert hatte, ist wegen Gotteslästerung hingerichtet worden, — weil er in der Sonne eine leblose Masse sah, nicht aber den höchsten Gott der Mythologie. Ja, für

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