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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 43

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1918-01-01
Page
Seite 43 (sequence 28)
Language
German
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Am 30. Januar 1917 verstarb in Petersburg im 71. Lebensjahre (geb. 29. November 1846) Juda Lob Katzenelson. Er gehörte zu den hervorragendsten Männern der Wissenschaft des Judentums in Rußland. Von Beruf Arzt (als Militärarzt machte er den russischtürkischen Krieg in den Jahren 1877/78 mit und war später, wohl als einziger Jude, dirigierender Arzt an einem kaiserlichen Hospital in Petersburg) widmete er sich mit großem Erfolg auch der jüdischen Wissenschaft. Zahlreiche Aufsätze in gelehrten Zeitschriften in russischer und in hebräischer Sprache machten ihn auch über die Grenze Rußlands hinaus bekannt. Seine hebräische Schrift über die talmudische Anatomie erschien in deutscher Uebersetzung in Virchows „Archiv" (Band 144, 1896) und eine Uebersetzung seines Buches über die biblischen und talmudischen Reinheitsgesetze in der „Monatsschrift für Gesch. u. Wissensch. des Judentums". Als sein Lebenswerk ist wohl die jüdisch-russische Enzyklopädie (llervrejskaja Enzyklopedia) in 16 Bänden zu bezeichnen, deren Herausgeber und Hauptredakteur Katzenelson war. In diesem umfangreichen enzyklopädischen Werk hat er eine große Anzahl von wissenschaftlichen Abhandlungen auf dem Gebiet der Bibel, des Talmud und des Rabbinismus veröffentlicht. Unter dem biblischen Pseudonym „Bukki b. Jogli" hat Katzenelson in hebräischer Sprache mehrere Erzählungen und Märchen veröffentlicht, die durch Gemütstiefe und formvollendete Sprache großen Anklang fanden. Eine seiner Erzählungen für die Jugend „Schirat ha-Samir" (der Nachtigallengesang), ist in mehrere moderne Sprachen übersetzt worden. Im Februar 1917 starb in Paris im 90. Lebensjahr (geb. 16. Dezember 1827) Joseph Halevy, einer der hervorragendsten Forscher aus dem Gebiet der semitischen Philologie und der Bibelkunde. Der verstorbene Gelehrte hat sich auch als Forschungsreisender in Abessinien und im arabischen Asien hervorgetan und reiche wissenschaftliche Früchte von seinen Reisen heimgebracht. Die Kunde, die er uns von den Falaschas vermittelte, war von großem.

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