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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 44

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1918-01-01
Page
Seite 44 (sequence 29)
Language
German
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Wert, und nicht minder die große Anzahl minäischer Inschriften, die er in Landschaften gesammelt hat, welche dis dahin noch kein moderner Europäer je betreten hatte. Die Veröffentlichung dieser Inschriften war für die Bibelforschung von unermeßlichem Nutzen. Halevy hat mehrere bedeutungsvolle wissenschaftliche Werke in französischer Sprache veröffentlicht und war auch Herausgeber der ,,lWue semitique". Außerdem schrieb er eine Reihe von Aufsätzen in hebräischer Sprache und eine Anzahl Gedichte in klassischen Formen, die unter dem Titel „Nabderst" (1894) erschienen sind. Mit Halevy ist eine interessante Erscheinung aus der Mitte der sephardischen Judenheit dahingegangen; in ihm war ein Stück Orient und Okzident vereinigt. Am 8. September 1917 starb in Breslau im 77. Lebensjahr (geb. 7. Januar 1841) Is rael Lewy, ein ausgezeichneter und scharfsinniger Forscher auf dem Gebiet des Talmud und des mit diesem verwandten Schrifttums. In dem Verstorbenen vereinigte sich umfassende Gelehrsamkeit mit kritischem Scharfsinn und Freimut; er war ein Talmudgelehrter alten Stils, was sein großes gediegenes Wissen betrifft und konnte den berühmtesten Kapazitäten der älteren Zeit zugezählt werden; aber gleichzeitig war er ein moderner Forscher von streng wissenschaftlicher Methode. Seine ganze Persönlichkeit war antik und modern zugleich, d. h. in ihm waren alle Vorzüge und Tugenden des alten und des modernen jüdischen Gelehrten vereinigt. Noch bedeutungsvoller vielleicht als seine wissenschaftlicheForschung — deren Ertrag war nicht so umfangreich wie gediegen — war seine Lehrtätigkeit, die er als Dozent für die talmudischen Disziplinen (1872—1883 an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin und seither am. jüdisch-theologischen Seminar in Breslau) ausgeübt hat. Eine große Anzahl von Schülern und alle Freunde der Wissenschaft des Judentums werden ihm eine ehrende und dankbare Erinnerung bewahren.

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