Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 21 (1918)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 26)
- Language
- German
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zu dem Ganzen immer etwas lauter zu betonen als ihre Umgebung. Dieselbe Erscheinung war auch bei Beginn des-Krieges bei den Protestanten in Frankreich zu beobachten, die wahrscheinlich befürchten zu müssen glaubten, Laß man ihnen Sympathien für das protestantische Deutschland insinuieren könnte, weshalb sie am lautesten ihrem Haß gegen Deutschland Ausdruck gaben. Man soll in solchen Fällen nicht gleich den Vorwurf der Unehrlichleit bei der Hand haben; -in aufgeregten Zeiten ist dies vielmehr der Ausdruck der Selbstbeschwichtigung und der Selbstfestigung. Nach meiner Beobachtung, und diese reicht über die Grenzen Deutschlands hinaus, haben die Juden auch in den letzten Jahren die Fahne des Hu- . manismus hochgehalten; das Judentum hat seine Ethik im Kriege nicht suspendiert. Aber daß die Juden in diesem schrecklichen Krieg hüben wie drüben zu ihrem Vaterland gehalten und in der Erregung, vielleicht mehr als nötig war, Worte des Hasses gegen die Feinde fanden — diese waren in Deutschland ebenso zu vernehmen wie in Rußland, Frankreich, Italien und England — wer mag ihnen das verargen? Wenn der Friede wiederum eintritt, werden gebildete Juden in der Reihe aller Menschenfreunde zu finden sein, die die Versöhnung und Verbrüderung aller Völker anstreben. Und diejenigen Juden werden in der Förderung des Friedens voranschreiten, deren Weltanschauung im Judentum wurzelt. Es ist richtiger, in dieser Beziehung von den Aufgaben des Judentums , zu sprechen, als von denen der Juden. Nach Friedensschluß wird darüber noch viel zu sagen sein. Die Kriegsereignisse haben dazu geführt, daß man sich eingehender mit den Juden und der Judensrage beschäftigte. Häufig leider ohne Kenntnis der Dinge oder sogar mit beabsichtigter Ungerechtigkeit. Wir verzeichnen folgende Schriften, von denen ein Teil sich mit der Frage der Ostjuden befaßt. „Worauf beruht der Reichtum der Juden?" von G. E. Schmidt; „Der Weltkrieg und die Judenfrage" von M. Simon; „Ueber die Judenfrage" von K. C. Schneid er; „Die Judknfrage in ihrem geschichtlichen Zusammenhang" von I. Ringo; „Die Lösung der