Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 21 (1918)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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der ariden Seite sind zu erwähnen „Bible Proph.eti.es and the Plain Man" (mit besonderer Berücksichtigung des Krieges) von M. Murray, „The End of the European War in the Light of Scripture" von F. C. Jennings und „La grande gnerre ä 1a lumiere de 1a Bible" von Herscher. Dem erhofften Frieden ist eine Sammelschrift gewidmet, die die .Großloge für Deutschland unter dem Titel „Friedenspflichten des Einzelnen" herausgegeben hat. Sie enthält sechs Preisarbeiten von G. I. Plotke, W. Jerusalem, I. Lewy, I. Elbogen, M. Seber und ,M. Golde. E. Bernstein hat eine Schrift „Die Aufgaben der Juden im Weltkrieg" veröffentlicht, die die verdiente Beachtung gefunden hat. Es braucht wohl kaum erst gesagt zu werden, daß die Aufgaben, die Bernstein den Juden im Weltkrieg zuweist, im Friedenswerk und in der Versöhnung der Völker bestehen. In der mir gebotenen Kürze ist es mir nicht möglich, alle Probleme zu erörtern, die der Historiker und Publizist in dieser Schrift behandelt. Lesenswert ist natürlich das Ganze. Aber es muß doch hervorgehoben werden, daß die Forderung, die Bernstein an die Juden stellt, im Grunde für alle gebildeten Menschen gilt, die das Weltbürgertum im Sinne Kants, Lessings, Goethes, Bernadins de St. Pierre usw. zu fördern hätten. Wer aber an die Juden andere, d. h. höhere Forderungen stellt, kommt unwillkürlich zu einer ungerechten Anklage gegen sie, wie ja auch Bernstein aus dieser Betrachtung heraus den deutschen Juden den Vorwurf des Chauvinismus macht. Die Juden haben sich in allen kriegführenden Staaten dem Krieg gegenüber so gezeigt, wie es die nichtjüdische Bevölkerung in denselben Kreisen getan hat — von ihrem Temperament und ihrer Stellung in der Oeffentlichkeit abgesehen. Das Heimatsgefühl ist bei den Juden ebenso stark und ist in diesem Kriege in derselben Weise zum Ausdruck gekommen, wie bei den anderen Bevölkerungsschichten. Dabei muß aber in Betracht gezogen werdendaß jede Volksminderheit es bewußt oder unbewußt für nötig hält, ihre Zugehörigkeit