Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 21 (1918)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 8)
- Language
- German
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Propheten, durch den dieser selbst am besten charakterisiert wird- Noch zu erwähnen sind: „Un heraut de la justiee, Arnos" von P. Humbert; „A SKetob ok Arnos and Rosea" von A. Tweedie und „Die kleinen prophetischen Schriften nach dem Exil" von O. Procksch. Gehen wir nun zu der dritten Gruppe der biblischen Schriften, zu den Hagiographen, über. Von jeher hat das Psalmenbuch auf Juden wie auf Christen eine große -Anziehungskraft ausgeübt. Es ist zweifellos das populärste und auch gelesenste Buch der heiligen Schrift, vielleicht das gelesenste Buch überhaupt. - Man kann darauf das .bekannte Wort Goethes anwenden: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen." Es gibt fast keine seelische Stimmung, die nicht in den biblischen Gesängen ihren Ausdruck findet. Im Weltkrieg haben naturgemäß'diejenigen Psalmen, in denen sich unsere jetzigen Gefühle und Empfindungen wiederspiegeln, besondere Aufmerksamkeit gefunden. Daher die vielfachen Versuche, nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren Gegnern, das Psalmenbuch ganz oder in Auswahl in volkstümlicher Uebersetzung zu verbreiten. Mir liegen vor „Ausgewählte Psalmen" (4. Auflage) übersetzt und erklärt von H. Gunkel; „Psalmen," deutsch im Rythmus der Urschrift von H. Schmidt (eine Auswahl von Psalmen, nicht in der kanonischen Reihenfolge, sondern nach Inhalt und der in ihnen sich wiederspiegelnden Stimmung zusammengestellt, besonders für die Mannschaften im Felde geeignet); „The Psalter" (seine Größe, sein Charakter und sein Nutzen) von A. C. A. Hill und „Religion in Song", Studien zum Psalter von W. G. Jordan. In der Bibel, in der „Hausapotheke für die leidende Menschheit", findet sich noch ein zweites Buch,' das jetzt durch seinen Inhalt unsere Aufmerksamkeit fesselt — das Lehrgedicht Hiob, in dem der leidende Gerechte die große schmerzvolle Frage: Warum? aufwirft, aus die seine oberflächlichen Freunde mit billigen Weisheiten zu antworten versuchen, durch die der Schwergeprüfte noch mehr gereizt werden muß, bis er sich durch die ihm von Gott gewordene Antwort, d. h. durch einen Einblick in das grandiose