Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 21 (1918)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 7)
- Language
- German
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hat vier geistvolle Studien, die zerstreut erschienen waren, zu einem Buch „Die Propheten" vereinigt, das sich wie alle Schriften dieses Gelehrten durch Gründlichkeit in der Auffassung, durch geschichtliches Verständnis für das biblische Judentum im allgemeinen und für die Propheten insbesondere sowie durch begeisterte Liebe zum heiligen Schrifttum auszeichnet. Man kann diesem Buch nicht genug Leser -unter Juden und Nichtjuden wünschen. Aus demselben Gebiet liegen auch-die Arbeiten von M. Romberg, „Der alttestamentliche Prophetismus" und von W. B. Bizell, „The Social Teachings of the Jewish Prophets" seine Studie zur biblischen Soziologie). Einzelnen prophetischen Büchern sind gewidmet: „Jesaias 40— 55 und die Perikopen von: Gottesknecht," eine, kritisch-exegetische Studie' von I. Fischer, „Der .Prophet Hesekiel" von G. Weißmann und „Ezechiels- Vision von der Erscheinung Gottes im Lichte der vorderasiatischen Altertumskunde" von L. Dürr. Die letztgenannte Schrift, die sich mit den prophetischen Visionen im Buche Ezechiel, Kap. 1 und 10 besaßt, ist ein wertvoller Beitrag zur religionswissenschaftlichen Forschung und bietet auch durch die beigegebenen Illustrationen viel Interesse. H. Schmidt hat unter dem Titel „Der Prophet Amos" sechs Vorlesungen über diesen Propheten veröffentlicht,' die er, zur Zeit als Hauptmann üü der Front Dienste tuend, an einem Kriegshochschulkurs „in der Etappe in einem früheren cstaminc" gehalten hat. Die Schrift, die sich durch Liebe und Begeisterung für den ältesten schriftstellernden Propheten Israels auszeichnet, verdient auch in der stillen Häuslichkeit und nach dem Frieden gelesen zu werden. Es ist eine eigenartige Erscheinung unserer Zeit, daß sich das Interesse der Forscher und auch der Laienwelt diesem Propheten Israels zuwendet, dessen Persönlichkeit allerdings durch Originalität und kraftvolles Auftreten anziehend wirkt. L. Köhler veröffentlichte ebenfalls eine Studie „Amos", in der er in der literarischen Analyse dieser kleineren prophetischen Schrift neue Wege zu gehen versucht. Beachtenswert in dieser Schrift ist der Abschnitt über den Bilderreichtum in der Sprache des