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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 18

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1918-01-01
Page
Seite 18 (sequence 3)
Language
German
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18 finden. Es war daher die klare Absicht, mit der jüdische Forscher im 19. Jahrhundert zu Werke gingen, die Wissenschaft des Judentums zu einem Zweig der allgemeinen modernen Missenschast zu machen. Zunz hat dies auch des; öfteren deutlich ausgesprochen, und trotz aller Hemmnisse, die seinen Bestrebungen im Wege standen, ist das Ziel in unserer Zeit erreicht. Das ist unbestreitbar eine große, Errungenschaft. Wenn wir in der Gegenwart jüdische und christliche Gelehrte, letztere jetzt unbefangen und lediglich vom Bestreben beseelt, derWissenschaft, d.'h. derWahrheit zu dienen, in gemeinsamer - Arbeit die Wissenschaft des Judentums fördern sehen, wenn Liese Wissenschaft sich allmählich den ihr gebührenden Platz erkämpft, so müssemwir eingestehen, daß dies Wohl kaum möglich gewesen wäre, wenn jüdische Gelehrte ihre Forschungen noch immer in hebräischer Schrift niedergelegt hätten. Es sind in den letzten Jahrzehnten bedeutsame Werke wissenschaftlichen Inhalts hebräisch geschrieben worden, deren Wert außer Zweifel steht. Unter den Juden, bei denen die Kenntnis der hebräischen Sprache erfreulicher Weise noch immer sehr verbreitet ist, wurden diese Bücher viel gelesen, ihr Einfluß war auch ungemein groß. Aber in der wissenschaftlichen Welt außerhalb des jüdischen Volkes find sie entweder unbekannt geblieben oder nur auf Umwegen und bruchstückweise bekannt geworden. Was hingegen in einer europäischen Sprache geschrieben würde, hat zwar auf die Juden selbst nicht die beabsichtigte Wirkung gehabt, übte aber auf die allgemeine Wissenschaft eine befruchtende Wirkung aus. Das ist zu sagen von den Arbeiten von Zunz, Geiger, Zacharias Frankel. Grätz, Bacher und in der jüngsten Zeit auch von Elbogens Schrift „ Der jüdische Gottesdienst, “ die in christlichen wissenschaftlichen Kreisen eine, man kann wohl sagen, freudige Aufnahme gefunden hat. Die Frage, die früher oft erörtert wurde, ob,Forschungen auf dem Gebiet der Wissenschaft des Judentums in hebräischer oder in einer modernen Sprache zu schreiben seien, ist sehr schwer zu beantworten. Rudolf Virchow hat es einmal beklagt, daß man aufgehört habe, medizinische wissenschaftliche Arbeiten in lateinischer Sprache zu veröffent-

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