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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 17

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1918-01-01
Page
Seite 17 (sequence 2)
Language
German
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Unvergängliches geleistet, auch wenn er nicht die Wissenschaft des Judentums begründet hat. Diese Wissenschaft ist viel alter; sie hat eine ruhmreiche Geschichte, die mindestens um ein Jahrtausend zurückreicht. Es gibt fast kein Gebiet der Wissenschaft des Judentums, das nicht in früheren Jahrhunderten bearbeitet worden wäre. Nur darf man natürlich an die Leistungen älterer Zeiten nicht denMaßstab moderner Forschungen legen, um über deren Wert oder Unwert zu urteilen. Es wurde einmal gesagt, daß als das Neue in der modernen, Wissenschaft des Judentums die kritische Methode, die Voraussetzungslose Forschung, zu bezeichnen sei. Man wird zugeben müssen, daß die jüngeren Geschlechter bei wissenschaftlichen Untersuchungen sich viel freier bewegen als die früheren. Aber gerade im Judentum hat es auch in älterer Zeit nicht an freier Kritik gefehlt. Im Jahre 1673 erschien in Mantua in hebräischer Sprache ein großes umfassendes Werk „Meor enajim" von Asarja dei Rossi, das nach Inhalt und Methode mit den besten Erzeugnissen derWissenschaft des Judentums in neuesterZeit auf eine Stufe gestellt werden kann. Zunz selbst hat dieses Werk eingehend gewürdigt und in hebräischer Sprache dem kühnen Forscher des sechzehnten Jahrhundert eine liebevoll geschriebene Biographie gewidmet. Nichtsdestoweniger beginnt zweifellos mit den ForschungenZunzens und seiner Mitstrebenden eine neue wissenschaftliche Epoche im Judentum. Was diese Arbeiten in erster Reihe auszeichnet, das ist der universale Geist, den sie alle atmen und ausströmen. In früheren Jahrhunderten schrieben jüdische Gelehrte zumeist, fast ausnahmslos, hebräische Schriften jüdischen Inhalts in spanischer oder italienischer Sprache (in anderen europäischen Sprachen sind mir Schriften auf dem Gebiet der Wissenschaft des Judentums nicht in Erinnerung) sind nicht häufig und auch nicht von bedeutendem Wert. Was hingegen im Mittelalter arabisch geschrieben wurde, hatte nur durch eine hebräische Übersetzung Verbreitung gefunden. Christliche Gelehrte, die das Judentum zu durchforschen unternommen hatten — es geschah dies selten ohne Voreingenommenheit — konnten sich in dessen umfangreichemSchrifttum sehr schwer zurecht-

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