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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1917-01-01 · 20 (1917) · p. Seite 161

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
20 (1917)
Article
Jüdische Kriegsgedanken
Date
1917-01-01
Page
Seite 161 (sequence 13)
Language
German
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161 Versprechen ein — gewiß unter den Ruhmestaten dieses Krieges eine der schönsten. . Was die armen ostpreußischen Flüchtlinge erlitten haben, das hat Feindeshand im Kriege ihnen zugefügt. Mit der deutschen Regierung wetteifert das Volk in allen Gauen Deutschlands, auch außerhalb Deutschlands bis in ferne Weltteile, diese Wunde zu heilen, alles Verlorene wieder zu ersetzen. Mit dem Kriege sind die Leiden gekommen, mit dem Frieden werden sie beendet sein. Anders unsere flüchtigen russischen Glaubensbrüder, wie sie aus Friedenszeiten uns wohl vertraut sind. Da kommen sie teils als Auswanderer, die durch die verschiedensten Ursachen noch hier zürückgehalten werden, teils als heimatlose Opfer der immerwährenden Austreibungen, zum größten Teil aber als Kranke, die von ihren mannigfachen Gebrechen, einer Folgeerscheinung der ihnen fortgesetzt zugefügten Mißhandlung, hier bei den deutschen Ärzten Heilung suchen. Nicht der Feind, der von außen kommt, nein, die eigene Regierung ist es, welche mitten im Frieden ihre eigenen wehrlosen Untertanen mit Krieg überzieht. Die echt russischen Leute haben diesen Krieg gegen Wehrlose schon zu lange und zu, gut organisiert, um eine so gute Gelegenheit, wie der jetzige Krieg sie bietet, zu versäumen. Sie nutzen sie wacker aus zur Beschleunigung des Tempos, in welchem sie ihren Vernichtungsplan gegen die Juden durchführen. Jetzt ist der Moment günstig. Wozu sie im Frieden doch immerhin Jahre brauchen, das erreichen sie jetzt in Tagen. Es trifft sich ja für sie so glücklich, daß der Kriegsschauplatz just das Territorium ist, wo immer schon die -. jüdischen Massen zusammengepfercht haben wohnen müssen. Wie leicht ist es ihnen da gemacht! Sie brauchen nichts, als diese Massen auszutreihen, ohne jeden zwingenden Grund sie eilig aus ihren elenden Behausungen fortzujagen — und sie sind auf einmal vernichtet. Diese Flüchtlingszüge waren Marterzüge, d i e f e> Flüchtlingsfahrten Todesfahrten. Es waren ihrer doch zu viele, als daß sie selbst ein milder denkenll

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