Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 50)
- Language
- German
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134 Hamburg, der Bruder jener Elise Reimarus, der Lessing so nahe gestanden hat und der auch Mendelssohn sich innig anschloß. Dieser jüngere Reimarus stand mit Mendelssohn in Briefwechsel. Die Briefe Mendelssohns an' den Genannten sind in den Werken, Band 5, gedruckt. Was Reimarus in der gleich folgenden Stelle über den Plan einer Veröffentlichung von Mendelssohns Korrespondenz sagt, ist irrtümlich. Man dachte damals nicht an eine Veröffentlichung der Korrespondenz. Die sehr wichtige Ausführung von Reimarus bezieht sich auf Jacobis Schrift „Uber die Lehre des Spinoza in Briefen an Herrn Moses Mendelssohn" und auf Mendelssohns Antwort „an die Freunde Lefsings", in der er den Vorwurf, Lessing sei ein Spinozist gewesen, mit. großer Energie zurückwies. Die zuletzt von Reimarus an gedeutete Schrift ist Mendelssohns bekanntes Werk „Jerusalem oder über religiöse Macht und Judentum", 1783. Die Stelle selbst lautet: Hamburg, 7. März 1786. „Ich habe gehört, daß ein Briefwechsel mit unserm verewigten Mendelssohn gedruckt werden soll. Was ich in philosophischen Sachen geschrieben habe, mögte gern gedruckt werden: aber Urteile über lebende Männer oder deren Schriften, die man sich im vertrauten Briefwechsel entfallen läßt, und die wohl übereilt sein können, öffentlich bekannt zu machen, werden Sie gewiß für häßlich halten und auch hier verwehren. — Jacobi war durch den unglücklichen Umstand, daß M. ihm sein Msct. zu schicken versprochen hätte, welches er nachher nicht tat, gereizet worden, daß er nun nach seiner Heftigkeit herausfuhr. Ich aber, der ich die Handschrift gesehen hatte, dachte im Geringsten nicht darauf, daß sie Jacobi beleidigen könnte und hielt die Mitteilung für unnötig, weil hier nur allgemeine Sätze abgehandelt würden, Jacobis nicht gedacht ward, und die besondere Beleuchtung des Spinosismus erst im folgenden Teile Vorkommen sollte. So hat auch M. ohne Zweifel gedacht, und deswegen ist ihm Jacobis voreiliger Schritt wohl