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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1917-01-01 · 20 (1917) · p. Seite 132

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
20 (1917)
Article
Briefe von, an und über Mendelssohn
Date
1917-01-01
Page
Seite 132 (sequence 48)
Language
German
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132 Ausnahme einige Zeit, ich überreichte ihm meine Disputation (sit venia verbo), er nahm sie mit beschämenden Complimenten an, versicherte mich aber zugleich, daß bereits ein Exemplar davon auf seinem Schreibtisch läge, indem er sich dieselbe auf Veranlassung der göttingischen Rezension hätte aus Halle kommen lassen. Was er hinzusetzte, war dann wohl zureichend, mich gegen zehn bremische Rezensionen gleichgültig zu machen. Er bat mich auf den folgenden Tag zu sich. Kaum war ich bei ihm angelanget, so erschien Herr Nicolai, der jüngere Herr Lessing, der Prediger Eberhard, ein sehr feiner Kopf, und da war auch von 3 bis 7 Uhr nicht der geringste Stillstand im Diskurse. Wie es über eine . gewisse Partei herging, können Sie leicht erraten. Moses ist bei seiner großen Gelehrsamkeit und Scharfsinn zugleich der scherzhafteste Mann, der Mann von dem edelsten Charakter, und der angenehmste Gesellschafter. Nicolai nähert sich im Diskurse beinahe der Klotzischen Manier, sonst aber merkt man wohl an ihm, daß er Herz genug hat, es allenfalls mit noch etlichen Klotzen aufznnehmen. Um 7 Uhr gingen wir bei Moses zu Tische, und dieses war die Epoche der Galanterie. Er hat eine sehr artige Frau, und besonders eine erwachsene Niece, deren ganzes Betragen und Ansehn bei ihrer Schönheit es zm verraten scheint, daß sie sich bei dem Philosophen von Deutschland gebildet hat. Hier lernte ich auch die Demoiselles Jtzig kennen, sehr schöne Frauenzimmer". 8) Johannes von Müller an Nicolai 13. Januar 1773. Der große Schweizer Historiker Johannes von Müller, 1752—1809, hat mit Nicolai einen ziemlich umfangreichen Briefwechsel geführt; besonders ein Mal gedenkt er darin unseres Weltweisen. Die Stelle, in der Zeit geschrieben, da Mendelssohn schwer krank war, ist besonders wichtig wegen der darin vorkommenden Beurteilung Lavaters- Die Stelle lautet folgendermaßen:

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