Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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131 Andenken. Er war zu seiner Zeit ein bekannter Philologe und Ästhetiker, Begründer der Allgemeinen Literaturzeitung, der durch die Verlegung dieses gelehrten Blattes von Jena nach Halle den großen Zorn Goethes erregte. Schütz war 1768 Lehrer der Mathematik an der Ritternkademie in Brandenburg und machte von dort einen Ausflug nach Berlin. Die in diesem Berichte erwähnte Dissertation von Schütz war in Halle 1768 erschienen und führte den Titel: Ds origine ac sensu pulchritudinis. — Die von dem Schreiber erwähnten Persönlichkeiten sind bekannt genug; Nicolai, der Aufklärer, der jüngere Herr Lessing, der Bruder des Großen, Karl Gotthelf, I. A. Eberhard, der früher genannte Philosoph. Die von Schütz erwähnte Niece Mendelssohns ist vermutlich nicht seine Nichte, sondern seine Schwägerin, die Schwester der Frmnet, Blümchen, ein munteres, geistig angeregtes Mädchen, mit dem Mendelssohn auf einem sehr reizenden Neckfuß stand. Die gleichfalls angeführten Fräulein Jtzig sind die Töchter des Bankiers Daniel Jtzig. Von diesen Schwestern verheiratete sich eine mit Nathan, dem jüngsten Sohne unseres Philosophen, die andere mit David Friedlaender; 2 andere Schwestern vermählten sich nach Wien, es sind die Frauen Arnstein und Eskeles, die in der Wiener Gesellschaft, besonders zur Zeit des Wiener Kongresses, eine so außerordentlich hervorragende Rolle spielten. Dem gleich abzudruckenden Berichte gehen Bemerkungen über Formey, Spalding, Sack und Teller voraus; dann gibt Schütz die folgende Darstellung, die wegen ihres Inhalts und wegen ihres Tones gleich bemerkenswert ist. Sie lautet: „Das gescheideste, daß ich während meines hiesigen Aufenthaltes noch getan habe, ist dieses, daß ich nach Berlin gereiset bin. Moses Mendelssohn traf ich das erstemal in dem Comtoir, wo er Buchhalter ist, umringet von einer Menge gemeinerer Kaufleute, Wechsler und Schacherer, unter welchen ich den Philosophen sogleich auf den ersten Blick herausfand. Er unterhielt mich nach der höflichsten 9*