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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1917-01-01 · 20 (1917) · p. Seite 129

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
20 (1917)
Article
Briefe von, an und über Mendelssohn
Date
1917-01-01
Page
Seite 129 (sequence 45)
Language
German
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IRI
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129 weiter, doch muß es an Differenzen nicht gefehlt haben, denn unsere Notiz, die von einem Vertrauten herrührt, läßt darauf schließen, daß sich Mendelssohn zeitweilig aus dem Geschäfte zurückzog. — Der Brief Nr. 4, aus dem nur eine kurze Stelle hier mitzuteilen ist, ist von Müchler aus Stargard geschrieben. Er gibt einen Bericht über die Berliner Freunde überhaupt, darunter auch eine Bemerkung über Mendelssohn. Seltsam genug ist es, daß die Gattin Mendelssohns, Fromet, geborene Guggenheim, die man gewiß als eine „artige", d. h. in der Sprache jener Zeit anmutige Frau bezeichnen kann, als „gelehrte" charakterisiert wird, eine Charakteristik, die durchaus nicht auf sie paßt. Die Stellen lauten: 2) 2 April 1756. Herr Moses empfiehlst sich Ihnen besonders und wird entweder an Sie schreiben oder, da er vielleicht nach Leipzig reisen wird, zu Ihnen kommen. Ich wollte, daß ich es auch könnte.... Ich und Herr Moses, im Vertrauen, arbeiten itzo an einer hiesigen Berlin'schen Wochenschrift, der „Cämäleon", davon ich Ihnen ein Stück beilegen will. Von einer neuen Stiftung, die ich hier in Berlin zustande gebracht, muß ich Ihnen Nachricht geben. Ich habe eine Gesellschaft von 40 Personen, das meist Gelehrte, aber auch Künstler sind, zusammengebracht, die sich 2 große Zimmer gemietet; wo wir in dem einen ein Billard haben, das die Gesellschaft hat auf ihre Kosten machen lassen, allwo wir Mitglieder alle Tage hinkommen, Kaffee und alles was man haben will, für einen billigen Preis haben kann und zugleich eine angenehme Gesellschaft antrifft. Einen Tag in der Woche versammeln sich alle Mitglieder, man spricht, scherzt, liest sich etwas vor. Man findet alle mögliche gelehrte Zeitungen, journaux und andere Dinge. Jedes Mitglied gibt nur 2 Thaler für die Aufnahme. Die übrigen Kosten werden von dem Billard bestritten. Die rechten Gesetze sind noch nicht gemacht, wir versammeln uns aber schon, und es sind manchmal 30 und mehrere zugegen. Es gefällt mir.

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