Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 44)
- Language
- German
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128 denen auch Mendelssohn beisteuerte, und hat später eine Ausgabe von Mendelssohns kleinen Schriften veranstaltet. Der Adressat, G. A. von Breitenbauch, 1731 bis 1817, gehört zu den Korrespondenten unseres Weltweisen. Uber das „gelehrte Kaffeehaus", von denen in Nr. 2 die Rede ist, vergl. Kayserling S. 58 sg. Man sieht aus unserem Bericht, daß Müchler wirklich der Begründer dieses Institutes war, was Kayserling fraglich läßt, und daß die Gründung in das Jahr 1756, nicht 1757 gehört. — Von der Wochenschrift Kamäleon (so ist zu schreiben, statt der im Katalog stehenden falschen Schreibart Cämäleon) war bisher nichts bekannt; daß von ihr nur 12 Stücke bis zum 24. November 1767 erschienen waren, sagt Müchler in einem folgenden Briefe, in dem er ferner mitteilt, daß er von dem bisherigen Verleger abgehen müsse, und bisher keinen neuen besitze. Über diese Zeitschrift habe ich in meiner Studie: „Unbekannte Gedichte Lessings?" in der Sonntagsbeilage der „Voss. Ztg." 1916 Nr. 5 gehandelt. In dieser Zeitschrift würde für Mendelssohn in Betracht kommen, Stück 10, S. 158—160 „Sokrates Gespräche mit dem (irrtümlich „den" gedruckt) Euthydemus über die Gottesfurcht und Gerechtigkeit". Eventl. käme auch 9. Stück in Betracht unter dem Separattitel „Die Pongos", im Inhaltsverzeichnis bezeichnet als „Betrachtung über die Ungleichheit und Geselligkeit der Menschen" nebst ' einem neuen Plan, die Menschengestchter vernünftig und sittlich zu machen. Da aber Müchler, wenn ich nicht irre, von 8 Stücken spricht, die er an Breitenbauch schickt, und schon für diese Stücke die Mitarbeit Mendelssohns in Anspruch nimmt, so könnte man auch an das 4. Stück denken, mit dem Sondertitel „Der Nachahmer", d. h. ein Brief Seite 49—53, datiert Berlin, den 10. März 1766. Die Mitteilung in Nr. 3 ist merkwürdig genug. Der „Jude", von dem Mendelssohn abgegangen sein soll, ist Jsaac Bernhard, in dessen Haus er 1750 als Hauslehrer eingetreten war, 1754 wurde er Buchhalter des Geschäfts. Er blieb jedoch in dieser Handlung