Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Nehmen Sie, Verehrtester! noch einmal die Versicherung meiner ewigen Ergebenheit, und zugleich ein Buch, welches ich meine Jugendsünden nennen will, daferne es nicht Ihren Beifall erhält. Zwar Wahrheitsliebe und Freimütigkeit, die niemand darinnen verkennen kann, werden Ihnen gefallen und mir wenigstens als Menschen Ihre Achtung erwerben, die ich bisher immer dem Autorruhm weit vorgezogen habe. Der liebe arme Homberg hat mir, ehe er von hier wegging, seine Freundschaft geschenkt. Warum konnte ihm doch die meinige von gar keinem Vorteile sein? Es gibt doch Augenblicke, worinnen wir trotz aller Philosophie zürnen, unbedeutende Menschen zu sein. Swieten tat für ihn, was er konnte, und wird es noch ferner tun. Bei Gemmingen, dem vertrauten Freunde Swietens, Hab' ich ihn eingeführt und ihn dringend gebeten, eine philosophische Abhandlung von Vierteljahr zu Vierteljahr als einen Beitrag in Gemmingens Journal zu schicken. So was ist ein Mittel Widers vergessen werden, obgleich der vortreffliche Swieten kein so kurzes Gedächtnis hat, als ihn sein Präsidententitel zu haben berechtigte. Ich habe bei Ihrer Akademiegeschichte voll Unwille ausgerufen 6'est partout comme chez nous! aber chez nous ist's doch noch ärger: besonders bei den betrübten und närrischen Dingen, die jetzt in Siebenbürgen und Holland Vorgehen. Der schrecklichste Vers des Horaz ist mir immer in den Ohren: Quidquid delirant reges plectuntur Achivi. Doch genug! So was schreibt sich nicht.... Gönnen Sie meinem Buche einen Platz in Ihrer Bibliothek und mir in Ihrem Herzen. Ich wenigstens b" bec Ihrige Alxinger m. propria... III. Briefe über Mendelssohn. Es würde sich einmal lohnen, in viel umfangreicherer Weise, als dies Kayserling bei allem Fleiße