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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1917-01-01 · 20 (1917) · p. Seite 104

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
20 (1917)
Article
Briefe von, an und über Mendelssohn
Date
1917-01-01
Page
Seite 104 (sequence 20)
Language
German
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104 diesem Herzen nicht ganz unähnlich, nicht ganz unwürdig, von dem Ihrigen wieder geliebt zu werden. — So redete ich mit mir oft und ermunterte, mich, an Sie zu schreiben; ich fing zu verschiedenen Malen an und verwarf immer wieder den Brief, weil ich immer noch dachte, ich müßte Ihnen etwas Wichtigeres zu sagen haben, und es Ihnen besser zu sagen wissen, wenn Ihnen mein Brief lieb sein sollte — und lieb oder wenigstens nicht unangenehm sollte er Ihnen doch sein. — Was mich jetzt beherzter gemacht hat. sind vielleicht die Briefe, die zwischen Ihnen und Abbten sind gewechselt worden und die mir Herr Nicolai mitgeteilt hat. — Gerade einen solchen Freund, sagte ich mir, brauchst Du, wenn Du noch ein nützlicher Mensch und ein erträglicher Schriftsteller werden sollst. Einen Freund, dessen Denkungsart der Deinigen gleichförmig ist, der Freimütigkeit hat, der es so ganz versteht, das Unreife zur Reife zu bringen und die ersten unvollkommenen Anlagen zu etwas Gutem und Brauchbarem in jeder Weise ausfindig zu machen und zu bearbeiten. Sie wissen hier ungefähr meine Umstände. Wir haben viel würdige Leute, aber wir haben nicht eigentlich philosophische Köpfe. Ich habe unter meinen Freunden nur den einzigen Engel, der meine Absichten recht begreift, und dessen Umgang mir behilflich sein kann, sie auszuführen. Das Erheblichste, was ich Ihnen in diesem Briefe eigentlich sagen wollte, ist, daß ich schon lange, ich weiß selbst nicht woher, die Idee habe, Sie werden diese Messe nach Leipzig kommen. Das wünschte ich nun so sehr, daß ich gern noch vor der Reise des Herrn Nicolai diesen Brief in Ihre Hände bringen wollte, um Sie, wenn es möglich wäre, noch dazu zu bewegen. Ich denke doch, - daß Ihnen Ihre Umstände mehr eine solche Reise erlauben, als mir die meinigen. Könnten Sie denken, wie manchem guten Mann hier Sie ein Vergnügen machen würden — ich will stolz reden, wieviel Vergnügen Sie mir machen würden — gewiß Sie kämen. Das muß ich also erst wissen, oder wenigstens, ob Sie von

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