Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 18)
- Language
- German
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102 In diesem Briefe bat er ihn, Jacobis Schrift „Wer die Lehre des Spinoza" durchzulesen. (Schriften, Band 5„ S. 641. Zwei andere Briefe Mendelssohns sind oben gedruckt). Nach Mendelssohns Tode erklärte Garde seine Übereinstimmung mit dein Verstorbenen in seinem literarischen Testament an die Freunde Lessings und widmete ihm.einen freundlichen Nachruf (Kayserling S. 513—17). Die hier folgenden Briefe Garves, die in dem Katalog nur erwähnt, aber nicht abgedruckt sind, dürfen für das größere Publikum als unbekannt gelten, da sie nur in den Blättern für Literarische Unterhaltung 1830 veröffentlicht worden sind. Der zweite Brief wird, da er nur für ein kleines, philosophisch gebildetes Publikum Interesse haben dürfte, analysiert; der erste Brief dagegen ist von einer so wohltuenden Wärme, von einer so erquicklichen Begeisterung erfüllt, daß er auf Keinen seinen Eindruck verfehlen wird. Man muß freilich bedenken, daß Garve, als er seinen ersten Brief schrieb, noch nicht dreißig Jahre alt und als selbständiger Schriftsteller noch sehr wenig hervorgetreten war. ' Weiterer Erklärungen bedarf der Brief nicht. Der erwähnte Abbt ist der bekannte Moralphilosoph. Der Briefwechsel des Genannten mit Mendelssohn wurde von Nicolai herausgegeben, der 1768—1771 Abbts vermischte Werke edierte. — Der gleichfalls in dem Briefe erwähnte Engel ist der bekannte Philosoph, der zrr Mendelssohns näheren Freunden gehörte. Garves Brief ist, wie ein außerordentlich schönes Zeugnis für seine Bescheidenheit so auch ein besonders wichtiges Denkmal für die außerordentliche Verehrung, deren sich Mendelssohn bei den Strebenden jener Zeit erfreute. Leipzig, den 13. April 1771. Liebster Freund! Ich finde, daß gewisse erste Eindrücke unauslöschlich sind, soviel auch nach der Zeit vorgegangen sein möchte» .diese Eindrücke zu schwächen oder sie abzuändern. Ich