Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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101 — abgehen. Seien Sie so gütig, mich wissen zu lassen, ob Sie damit zufrieden sind. Mir würde es besonders angenehm sein, Sie zum Kollegen zu haben. I. G. Sulzer. Den 7. Februar 1771. Ende 1771. Ich habe bei dem Hofpostamt Erkundigungen eingezogen, ob das Schreiben an den König, darin Sie nebst Hn. Garve etc. vorgeschlagen wurden, wirklich abgegangen und finde, daß dieses den 27. September wirklich geschehen sei. Da alle Depeschen bei dem Geh. Cabinetsrat H. Köper abgegeben werden, so wäre dieser der einzige, der eine Aufklärung in dieser, einigermaßen unbegreiflichen Sache, geben könnte. I. G. Sulzer. 8. G a r v e. 13. April 1771. Der Breslauer Philosoph Christian Garve, 1742!bis 1798, ein Popular-Philosoph, der meist neben Mendelssohn genannt wird, gehört zu den Bekannten Mendelssohns. In dem Briefwechsel zwischen Garve und Zollikofer kommen Anfragen über das Befinden Mendelssohns vor; Garve hatte den Juristen Klein -an Mendelssohn empfohlen. Ein Urteil Garves über die Schrift „Jerusalem" ist bekannt, -daß darin „mehrere Satze nicht immer sehr bündig verteidigt würden". Aber den ontologischen Beweis vom Dasein Gottes, den Mendelssohn in den „Morgenstunden" mit besonderem Eifer verteidigt hatte, sagte Garve, daß er Licht und Scharfsinn zeige, aber nicht befriedige. Aber Mendelssohns Stil sprach sich der Breslauer Philosoph mit großem Entzücken aus. (Kayserl. S. 478 sg). Mendelssohn seinerseits hat nur einmal (in einem Briefe an Nicolai 1774) eine kleine, nicht geradezu bösartige aber auch nicht allzufreundliche Bemerkung über 'Garve gemacht (Schriften Band 5. S. 530) und ihm <7. Nov. 1785) seine „Morgenstunden" schicken lassen.