Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 16)
- Language
- German
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100 — der seinerseits große Freude an den Umgang mit dem Weltweisen fanin Durch seine Schrift „Pope, ein Metaphysiker" wurde Mendelssohn, obgleich sich die Schrift indirekt gegen die Akademie wendete, mit manchen Mitgliedern, auch mit dem Präsidenten Maupertuis bekannt. Diese persönlichen Beziehungen waren wohl der erste Anlaß zu dem Wunsche der Akademiker, den hervorragenden Philosophen in ihrer Mitte zu sehen, die großen Leistungen Mendelssohns gaben dann den Ausschlag. Die Wahl Mendelssohns erfolgte am 7. Februar 1771. Davon machte Sulzer noch an demselben Tage Mendelssohn eine Mitteilung. Die Darstellung, die Kayserling von der Angelegenheit gibt, S. 228 fg., wo auch der erste Brief Sulzers abgedruckt war, ist nicht ganz zutreffend, und auch der zweite Brief Sulzers, der Ende 1771 geschrieben ist, verschleiert die Wahrheit. Nach Harnacks Geschichte der preußischen Akademie der Wissenschaften, Band 1, S. 470 Anmerkung, steht die Sache so: daß, da der König auf den ersten Vorschlag nicht antwortete, die Akademie am 26. September 1771 den Mehrheitsbeschluß faßte, Mendelssohn nochmals zu nennen. Harnack fährt fort „allein man fand doch nicht den Mut, den Entschluß auszuführen, sondern schlug dem König Garde, Spalding und Gualtieri vor zur Auswahl". Sulzen hat daher in seinem Briese das Wesentliche verschwiegen; denn in dem letzten Schreiben der Akademie war Mendelssohn überhaupt nicht mehr genannt, konnte also auch von dem König nicht bestätigt werden. 7. Februar 1771. Mein wertester Herr! Die Königliche Akademie der Wissenschaften hat mir aufgetragen, Ihnen zu hinterbringen, daß ihr Wunsch ist, Sie als ordentliches Mitglied der Philosophischen Klasse zu besitzen. Sie wünscht also und hoffet, daß eine solche Stelle, obgleich jetzt vor der Hand keinem Pension dabei ist, Ihnen nicht zuwider sein möchte. In diesem Fall wird der Vorschlag an den König, morgen.