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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1917-01-01 · 20 (1917) · p. Seite 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
20 (1917)
Article
Briefe von, an und über Mendelssohn
Date
1917-01-01
Page
Seite 99 (sequence 15)
Language
German
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— SS — Ich Bin aber den ganzen Tag so Besetzt mit Arbeit, Laß ich für meine Augen und für meine Gesundheit fürchten muß, und daß, wenn ich nach Hause komme, ich nicht mehr weiß, ob und was ich anfangen soll. Unterdessen mahnt mich nun zu meinem Bösen die Erbsünde der gelehrten Neugierde, der Lesesucht und einer -gewissen unbestimmten Lüsternheit nach Dingen, die nicht der Mühe wert oder doch über meinem gegenwärtigen Horizont sind. Zu Anfang dieses Jahres fiel es mir -auf einmal ein, mich auf die Vaterländische Geschichte zu legen; ich versprach mir viel Vorteil von einem festen Gegenstände, mit dem ich mich allmählich beschäftigen könnte, und der ganz neu für mich ist. Ungeachtet des Reizes einer idealischen Jungserschaft sind auch diese molimina noch fruchtlos gewesen. — Ich beziehe diesen Michaelis ein kleines Häuschen, das ich in der Nachbarschaft meines Büro, von dem ich jetzt eine halbe Meile weit wohne, die ich vier mal des Tages den ganzen Sommer habe laufen müssen, gekauft habe. Wiewohl ich mir wenig Bequemlichkeit und Vorteil bei dieser . neuen Einrichtung vorstellen kann, so verspreche ich mir doch wenigstens etwas mehr Ruhe und Stetigkeit, auch für meine Gesundheit einige gute Wirkungen von dem bisherigen Gebrauch der China und eines Tee von der gemeinen Baldrianwurzel, den ich kürzlich auf Empfehlung meines Freundes, des Dr. Motherby, mit vielem Geschmack zu trinken angefangen. Ich besorge nicht, liebster Freund, daß Ihnen dieser vertrauliche Ton -ekel und beschwerlich sein wird, indem ich mich über meine kleine Angelegenheiten gegen Sie ausgeschüttet. Vergelten Sie mir bei einer müßigen Stunde mit gleicher Münze und lassen Sie mir auch etwas von Ihrer jetzigen Lage wissen.... 6. I. G. Sulz er. I. G. Sulz er, Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften, 1720—1779, war ein guter Bekannter Lesstngs. Trotzdem wurde Mendelssohn nicht durch diesen, sondern durch Müchler 1756 mit Sulzer bekannt, 7*

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