Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Judentum und Griechentum
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 10)
- Language
- German
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50 bei dem Ausbau der christlichen Theologie genützt. Der Jude Philo ist. der Lehrmeister der christlichen Kirchenväter geworden und hat unter ihnen einen Ehrenplatz erhalten. . 3. Alexander der Große ebnete dem Hellenismus auch den Weg nach Vorderasien. Gleich Alexandrien, der Residenz der Ptolemäer, wurde auch Antiochien, die Residenz der Seleukiden, ein Mittelpunkt der hellenistischen Kultur, die von dort bei den oberen Schichten des jüdischen Volkes in Palästina Eingang fand. Die Vornehmen, die nüt dem Seleukidenhofe in Antiochien in Berührung kamen, fanden Gefallen an der fremden Kultur mit ihrem äußerlichen Glanze, ihrem Weltsinn und ihren Wettspielen und wurden Freunde und Verehrer des Hellenismus. Im Gegensatz zu den Hellenisten standen die Frommen. Ihnen erschien die Hingabe an das Fremde als ein Verrat an dem eigenen religiös und sittlich wertvolleren Erbgute. Als der König Antiochus Epiphanes, vielleicht von den jüdischen Hellenisten angestiftet, die Juden in Palästina gewaltsam hellenisieren und zum Heidentum bekehren wollte, standen die Makkabäer auf und schlugen den Ansturm des Hellenismus mit den Waffen zurück. An diese erste Religionsverfolgung in der jüdischen Geschichte, die mit einem Sieg des Judentums über den Hellenismus endete, erinnert das Chanukafest. Trotz dieses Sieges verschwand der Hellenismus nicht aus Palästina. Vielmehr breitete er sich in den Küstenstädten aus und in den großen Städten im Norden und Osten des heiligen Landes. Palästina war von einem Kranz hellenistischer Städte umgeben, in denen Theater und Gymnasien errichtet und Wettspiele veranstaltet und griechische Götter von den Heiden angebetet wurden. In Gaza stand ein Tempel des Apollo, in Askalon wurde Aphrodite, in Skythopolis Dionysos verehrt. Die Stadt - Dan hieß Panias, weil dort bei einer Grotte die Statue des griechischen Gottes Pan aufgestellt wurde. In Akko traf Gamaliel II. mit einem Heiden in einem