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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1917-01-01 · 20 (1917) · p. Seite 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
20 (1917)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1917-01-01
Page
Seite 35 (sequence 19)
Language
German
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— 35 — wnd „Hebräisches Übungsbuch" von G. Beer und „Die -Grundlagen und die Entwicklung der Bedeutung des Wortes ne'feS im Alten Testament" von M. Lichtenstein. In den letzten Jahren, vornehmlich seit Beginn des Weltkrieges, zeigt sich ein weitgehendes Interesse sür die jüdisch-deutsche Mundart, die von einem großen Teil der Juden (aber nicht von allen!) in Rußland, Polen, Nordungarn, Galizien, Rumänien, und neuer-. dings auch in Folge der großen Einwanderung aus dem Osten, in Antwerpen, Großbritannien, den Vereinigten Staaten? von Nordamerika, Canada, Argentinien und Südafrika gesprochen wird. Es ist nicht zu leugnen, daß dieses Idiom für Millionen von Juden die Muttersprache ist und in der letzten Zeit auch Bildungsmittel wurde, wenn auch die Tatsache nicht unbeachtet bleiben darf, daß diese Sprache im Abnehmen begriffen ist. In Rußland, Polen und Galizien wird sie immer mehr von der russischen oder polnischen Landessprache verdrängt. In England, Amerika, Südafrika usw. spricht die zweite Generation der Eingewanderten nicht mehr diesen Dialekt, den ihre Vorfahren Jahrhunderte hindurch im Ghetto treulich bewahrt haben. Es ist daher durchaus falsch, wenn die jüdisch-deutsche Mundart jetzt allzu hoch bewertet und überschätzt wird, wie sie früher in Unkenntnis und Gehässigkeit unterschätzt wurde. Wie so vieles, das mit den Juden in Verbindung gebracht wird,-erfährt auch diese Sprache keine objektive Beurteilung. Uber den Wert der Arbeiten auf diesem Gebiete, mit dem sich leider zumeist Unkundige befassen, läßt sich in Kürze nicht urteilen. M. Mieses schrieb über „Die Entstehungsursache der jüdischen Dialekte" und S. Birnbaum eine „Praktische Grammatik der jiddischen Sprache für Selbstunterricht". Ob jemand, der diesen Dialekt nicht von Hause aus spricht, sich in ihm unterrichten lassen oder gar zum Selbstunterricht greifen wird, möchte ich sehr bezweifeln. Wo die Grammatik ist, darf natürlich auch das Wörterbuch nicht fehlen, und wir haben es: „Jüdisches Wörterbuch" von H. L. Strack

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