Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3111067-3111106-3117191--5485-3117257- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
/ . — 34' - S Auf die Hochflut in der Forschung der hebräischen Sprache, die durch die Afsyriologie in den letzten Jahrzehnten in Erscheinung getreten war, ist nun in der letzten Zeit eine Ebbe gefolgt. Man kann des Glaubens sein, daß für absehbare Zeit alles abgeschlossen und. nur noch Kleinarbeit zu erwarten sei. . Ein beachtenswerter Beitrag zur Geschichte der hebräischen Sprachforschung ist das Buch: „Christliche Hebraisten Deutschlands am Ausgang des Mittelalters" von B. Walde. Im allgemeinen ist bekannt, welchen Aufschwung das Studium der hebräischen Sprache unter christlichen Gelehrten seit Reuchlin genommen hat. In der ersten 'Zeit war dies mit der Entwicklung des Protestantismus verbunden, der die Verbreitung der heiligen Bücher stark gefördert hat. Nicht so sehr Luther, dessen wissenschaftliche Leistung in der Übersetzung des Alten Testaments stark überschätzt wird, wie vielmehr Calvinmüssen wir alsden Begründer der wissenschaftlichen Bibelexegese und damit auch der hebräischen Sprachforschung unter den Männern der Reformation bezeichnen. Es ist jedoch wissenschaftlich von Bedeutung, wenn der Verfasser der vorliegenden Schrift, größtenteils nach nur handschriftlich vorhandenen Materialien, die Leistungen der vorreformatorischen christlichen Hebraisten in Deutschland nachweist. Von einer größeren Forschung: „Die Entstehung des semitischen Sprachtypüs" von H. Torczyner liegt der erste Teil vor. Durch eine neue Untersuchung der Sprachformen in verschiedenen semitischen Idiomen will der Verfasser die Sprachpsychologie mit neuen Ergebnissen bereichern. Ein abschließendes Urteil über die Thesen des Verfassers läßt sich vor Erscheinen des zweiten Bandes nicht formulieren, da vieles, wie im Vorwort hervorgehoben wird, im zweiten Teil.seine wissenschaftliche Begründung. finden soll. Es läßt sich aber schon jetzt sagen, daß von diesen Untersuchungen auch für die Erforschung der hebräischen Sprache manches Brauchbare gewonnen wird. Von anderen Erscheinungen auf diesem Gebiet sind noch zu erwähnen: „Hebräische Grammatik" (2. Band)