Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 11)
- Language
- German
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WWW — 27 zur Geschichte der deutschen Literatur und Philosophie im 18. Jahrhundert, betitelt sich eine Studie von Th. C, van Stockum. Eine umfassende Arbeit über dies wichtige Kapitel aus der Geschichte der Philosophie hat H. Scholz geliefert in der Neuausgabe der „Hauptschriften zum Pantheismusstreit zwischen Jacobi und Mendelssohn". Diesen Publikationen hat der Herausgeber eine historisch-kritische Einleitung vorausgeschickt, die mit großer Sachkenntnis und mit sicherer Beherrschung des gesamten Materials geschrieben ist. Diese Einleitung enthält viel mehr als die Überschrift sagt; sie ist ein wichtiger Beitrag zur Geschichte des geistigen Lebens in Deutschland in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und gleichzeitig eine dankenswerte Bereicherung der Spinozaforschung. I. Blu w st ein hat „Spinozas Briefwechsel und andere Dokumente" in einer Auswahl übersetzt heraus gegeben. Die gute Übersetzung und die schöne Ausstattung wird dem Buch Eingang in weite Kreise verschaffen. In der Philosophie Spinozas spiegelt sich das persönliche Schicksal dieses Denkers wieder; es ist dies die Berührung der Ethik des Judentums mit der modernen Weltanschauung, die man in seinem ethischen System vielfach nachgewiesen hat. Aus dem Gebiet der jüdischen Geschichte wird seit nahezu hundert Jahren erfolgreich gearbeitet. In nicht zu ferner Zeit kann die moderne jüdische Geschichtsschreibung auf ein Jahrhundert ihrer segensreichen Tätigkeit zurückblicken — im Jahre 1820 begann I. M. Jost die Veröffentlichung seines großen Geschichtswerkes, das auch noch jetzt gelesen zu werden verdient. In späteren Jahren, als seine Arbeit vielfachen Anfeindungen begegnete, hat er, den eine seltene Bescheidenheit auszeichnete, zu seiner Rechtfertigung das zutreffende Bild von einem Architekten gebraucht, der mit unzureichenden Materialien einen notwendig gewordenen Bau unternehmen müßte und alles nach dem Maße seines Könnens vollbrachte, den fpätern sei es nun gegeben, den Bau