Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 8)
- Language
- German
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24 der Religion im Verhältnis zur Religionsgeschichte und zur Metaphysik", der klar und überzeugend das Verhältnis der Religion zur Philosophie behandelt, als die beste Einleitung für eine künftige Geschichte der Religionsphilosophie bezeichnen. Und wie der Verfasser in den folgenden Abschnitten alle religiösen Probleme in ihren Beziehungen zu der Philosophie des Idealismus erörtert, ist methodisch und inhaltlich von großer Wirkung. Allerdings setzt der Verfasser bei seinen Lesern eine weitgehende Vertrautheit mit unserer klassischen Religionsphilosophie des Mittelalters voraus, vornehmlich mit den Gedankengängen desMaimonides. Wo dieseKenntnis fehlt, wird man dem Verfasser nicht überall folgen können. Denn dies ist ein Hauptvorzug der vorliegenden Schrift, daß sie den geschichtlichen Zusammenhang in der Religionsphilosophie wahrt, daß sich der Verfasser der geschichtlichen Continuität immer bewußt bleibt. Mit einem der wichtigsten Probleme der Philosophie, das namentlich in allen philosophischen Systemen der vorkantischen Epoche breiten Raum einnahm und die Grundlage aller Kosmologie bildete, beschäftigt sich B. Urbach in seinem Buch „Erkenntnistheorischer Beweis für die Existenz Gottes". Der Verfasser sucht in dieser Schrift die Frage im Lichte der modernen Philosophie zu behandeln, wählt aber für seine Ausführungen die alte Form des Dialogs. Mit demselben Thema befaßt sich auch die Schrift „Texte zum Gottesbeweis", chronologisch zusammengestellt und erläutert von H. Straubinger. Der Verfasser hat allerdings nicht die Methode der erkenntnistheorischen Untersuchung gewählt, sondern Äußerungen älterer und neuerer Philosophen zu dieser Frage zusammengestellt. Aus den Funden der Genisa zu Kairo, die sich immer mehr als fast unerschöpflich erweist, hat I. Davidson ein Fragment veröffentlicht: „Saadia’s Polemic against Hiwi al-Balkhi". Es ist dies ein interessanter Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des Judentums. Dieser Chiwi aus Balk in Persien ist uns auch aus den polemischen Äußerungen Abraham ibn