Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 7)
- Language
- German
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23 „Das Judentum von Jesus bis zur Gegenwart" angeregt. Die Skizze, wie der Verfasser sein Büchelchen bescheiden nennt, zeichnet sich durch eine wohltuende Objektivität aus und verdient auch von Juden gelesen zu werden. Mit dem Gebetritus der Karäer beschäftigt sich E. Friedmann in einer Untersuchung: „Der Neujahrs¬ und Versöhnungstag der Karäer von Al-Melamed Fadil". „Morija und Golgatha" betitelt sich eine flott geschriebene Broschüre von B. Segel, die zu den wirkungsvollsten apologetischen Schriften des Judentums gerechnet werden kann. Der Verfasser polemisiert scharf gegen gewisse Theologen, die ihr absprechendes und herabsetzendes Urteil gegen das Judentum noch immer aufrecht erhalten zu müssen glauben. Es sind dies Leute, die wohl niemals lernen und niemals vergessen werden. -I- * * Einige beachtenswerte Erscheinungen liegen auf dem Gebiet der Religionsphilosophie vor, teils selbständige Schriften und teils Forschungen über ältere religionsphilosophifche Systeme, denen man die Bedeutung für die Geschichte der Philosophie überhaupt nicht absprechen kann. Obenan steht die gehaltvolle und gedankentiefe Schrift von Hermann Cohen: „Der Begriff der Religion im System der Philosophie". Es ist dies ein bedeutsames Buch, das uns als bündiger Beweis dafür gelten kann, daß die Religionsphilosophie nicht abgeschlossen. sondern einer weiteren Entwicklung noch immer fähig ist. Diese Schrift ist alt und neu; sie ist alt, insofern ihr Inhalt an die klassische Religionsphilosophie des Altertums und des Mittelalters, an Philo und Maimonides, anknüpft; sie ist aber neu. da die Gedanken Cohens in der Kantischen Philosophie wurzeln und in allen tiefen Problemen den Anschluß an sie suchen. Wie hier der Begriff der Religionsphilosophie definiert wird, der bisher vielfach falsch aufgefaßt und formuliert wurde, darf auf volle Anerkennung rechnen. Man kann den ersten Abschnitt: „Das Problem des Begriffes