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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1917-01-01 · 20 (1917) · p. Seite 4

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
20 (1917)
Article
Rückblick auf das Jahr 5676
Date
1917-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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ähnlicher Auszeichnungen der Bundesstaaten über 8000 gezählt. Daß auch die Zahl der gefallenen Juden in die Tausende geht, braucht nicht erst hervorgehoben zu werden. Eine amtliche genaue Statistik über all diese Daten gibt es nicht, aber selbst nach den obigen, sorgfältigen Zählungen entnommenen Ziffern kann nicht daran gezweifelt werden, daß dis Juden es an Mut und Tapferkeit im Kriegsdienst nicht haben fehlen lassen. Dasselbe gilt auch von dem Heere unserer Verbündeten, wo ihnen von hohen Führern wiederholt uneingeschränkte Anerkennung zuteil geworden ist. Am bezeichnendsten vielleicht ist das Wort eines der ruhmreichsten deutschen Feldherren, der einem amerikanischen Berichterstatter auf die Frage, wie seine jüdischen Soldaten sich bewährt hätten, die Antwort erteilte: „Ich habe keine jüdischen Soldaten und keine christlichen Soldaten, ich habe nur tapfere Soldaten/' Vom Gebiete unseres nächsten und mächtigsten Bundesgenossen ist ein großer Teil Galiziens und neuerdings die Bukowina noch immer vom Feinde besetzt. Flüchtlinge aus diesen Gegenden sind über die ganze österreichische Monarchie und Teile von Ungarn verstreut, so bildet sich in den westlichen Kronländern eine Vorstellung von dem Elend, in welchem diese Massen auch sonst schmachten. Wie es in Galizien während der ersten russischen Okkupation zuging, ergeben die Dokumente, die das jüngst begründete „Bulletin Juif" in Lausanne veröffentlicht. Die russische Regierung selbst hat durch die Ernennung eines neuen Statthalters die Hoffnung auf neue Verwaltungsmethoden erweckt. Daß es aber auch diesmal in Galizien nicht besser steht, ergibt der Bericht des russischen Semstwo-Bundes, dessen amtliche Mitteilungen sich von jeher durch strenge Sachlichkeit ausgezeichnet haben. Danach hat sich die materielle Lage der Juden sehr verschlechtert. Die Steuerlasten sind bedrückend, der Handel hingegen durch das unbedingte Verbot der Bewegungsfreiheit für Juden ruiniert. Alle jüdischen Teehäuser wurden geschlossen und die Eröffnung neuer verboten. Die Lage der Handwerker ist

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