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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 240

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Kommerzienrat Arnold
Date
1916-01-01
Page
Seite 240 (sequence 19)
Language
German
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240 bärtigen Juden. Und dort hieß man uns willkommen. Solche gerade, wie wir, suchte man ja. Man wollte ansiedeln, Urbarmachen im Lande unserer Väter. Willig bot man uns alle Mittel zur Arbeit, zum Erwerb. Viel verdanke ich jenem Lande und den Jahren dort. Ich lernte den Segen des Schaffens im eigenen Acker kennen. Ein starker Bursche von 15 Jahren war ich nun; und vielleicht hätten wir unsere Tage dort friedlich als zufriedene Enkel der Patriarchen beschließen können. Da scheuchte in einer Nacht der gleiche Angsttraum mit wimmerndem Albdrücken Vater und Mutter aus dem Schlafe. Beide hatten ihr fernes' Kind in Gefahr gesehen, jeder in einer andern. Und fast gleichzeitig hatte ihr gellender Hülferuf sie in der Dunkelheit emporfahren lassen. Nun war's vorbei mit Sabbatfrieden und Werktagsarbeit. Sie sahen sich an — und „unser Kind" starrte es angstvoll aus beider Augen. Und auch ich — Rahel! Wie hätte ich all das, was mein Leben nun sorglos machte, hingegeben um eine Stunde in Hunger und Kälte — mit ihr! Nicht einmal schreiben durfte sie uns. Sie sollte uns ja vergessen. Ob sie's gekonnt? — Nur durch ihre Pflegeeltern erhielten wir in bestimmten Zeiträumen, zugleich -mit der versprochenen Geldsumme, pünktlich Nachricht. Wie klug und fein sie geworden, schrieb man, und wie fröhlich. — Ob so fröhlich wie damals, als wir zwei Kinder uns um das halbreife Obst der Chausseebäume balgten? Einmal hatten sie auch ein kleines Bild von ihr geschickt, ein Lichtbild auf einer Metallplatte, wie sie derzeit zuerst aufkamen. Ja, sie war geworden! stolz und stattlich! Nun zum ersten Male war der Brief ausgeblieben. Vielleicht das die Ursache des Traumes! Aber es gab- G-

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