Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Herz Homberg in Galizien
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 31)
- Language
- German
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219 Homberg wirkte in Prag sehr lange, er erlebte die Taufe fast aller feiner Söhne und war mit ihr vielleicht ganz zufrieden. In einem Gesuche an den Kaiser um die Toleranz (Wohnrecht) für Wien, die ihm bereits einmal versagt wurde (am 18. August 1833), schreibt er'): ״ ... allein da Unterzeichneter seinen Eifer, durch das von ihm verfaßte Bnei Zion religiöse Moral zu verbreiten, unter seinen Mitbrüdern sittliche Empfindüngen zu beleben und sie zu belehren (wie im Bnei Zion § 308 usw. geschieht), daß die Grundbegriffe der christlichen Religion mit den unsrigen übereinstimmen, nicht einhalten, mithin den Posten nicht aufgeben kann, so bittet er unterthänigst, die Toleranzbewilligung seiner Familie gnädigst zuzuwenden." ״Vier seiner Söhne sind bereits getauft, Leon ist russischer Stabsarzt, Benedikt und Joseph sind Bankiers und August Oanäldatns suris. Friedrich, Leutnant beim Regiment Erzherzog, ein Sohn Bernard und die drei Töchter Leonore, Anna und Leontine sind noch im Judentum." Als Ergänzung dieses Gesuches wollen wir bemerken, daß Friedrich Homberg sich am 6. Febrüar 1836 taufen ließ und sofort zum Oberleutnant vorrückte. Dieser Offizier — der im Mai 1864 als Oberstleutnant in Pension ging — hat sich besondere Verdienste um den päpstlichen Stuhl erworben und wurde im September 1868 mit dem Ritterkreuz des päpstlichen Piusordens und im Jahre 1873 mit dem Kommandeurkreuz des päpstlichen St. Gregor-Ordens dekoriert?) Herz Homberg starb im Jahre 1841 im Alter von 92 Jahren. Wie es scheint, verkehrte er in seinem letzten ') Wolf G-: ״Historische Notizen." Allgem. Ztg. d. Judentums 1861. S. 825. 2) Frühling Moritz: ״Biographisches Handbuch der in der K. u. K. Oester.-Ungar. Armee aktiv gedienten Offiziere, Aerzte ... jüdischen Stammes." Wien 1911. S. 17: Fr. Homberg hat sich am 6. Februar 1836 taufen lassen (als Leutnant) und ist im März 1836 zum Oberleutnant vorgerückt; im Jahre 1845 Kapitänleutnant, 1848 Hauptmann, 1853 Major, 1864 pensioniert mit dem Oberstleutnantstitel. Starb am 24. November 1883 in Paris. 1