Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Herz Homberg in Galizien
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 30)
- Language
- German
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218 Unterricht geben zu dürfen, allein die Tolerierten der» trauen ihm ihre Kinder nicht an ..." ״ . . . rückstchtlich seiner Geistesgaben verdient er Unterstützung, selbst hiesige mehr aufgeklärte und selbst ihrer Religion zugethane Juden achten selben, finden ihn jedoch für den hiesigen Platz nicht anwendbar, indem sie seine Denk-'und Handlungsweise scheuen." Homberg erhielt die Lehrerstelle in Wien nicht, ernannt wurde Solomon ^>erz, und ihm folgte Isaak Noah Mannheimer. Der Kaiser schrieb aber an den Rand des Referats folgende Zeilen: ״Nicht all acta legen. Dient mir zur Wissenschaft und werde ich auf Herz Homberg bei sich ergebenden Gelegenheiten Bedacht nehmen". Bald fand sich die Gelegenheit, und Homburg wurde im Jahre 1818 zum außerordent» lichen Lehrer der religiösen Moral mit dem Titel eines- K. K. Schulrates ernannt?) Zu seinen Obliegenheiten gehörte die Inspektion aller jüdischen Gemeindeschulen und die Prüfung der Rabbinatskandidaten. Mit Galizien hatte er persönlich gebrochen, aber indirekt stand er zu dem Lande noch in manchen Be- Ziehungen. So publizierte er in den Bikkure Haittim einige Aufsätze und unter ihnen einen anonymen über die einstigen galizischen Schulen; auch stand er im brieflichen Verkehr mit einigen galizischen neuhebräischen Schriftstellern (Maskilim), und der erste Lemberger liberale Rabbiner Abraham Kohn, der im Jahre 1848 als ein Opfer seiner Kulturarbeit sein Leben einbüßte, brachte nach Galizien das Prüfungszeugnis mit Hombergs Unterschrift mit?) Schon dieser Umstand hatte bei den Orthodoxen eine große Aufregung hervorgerusen und trug auch vielleicht zu Kohns unglücklichem Ende bei. 1J Wurzb ach: Biogr. Lexikon sub voce Homberg. 2) Kohn, G.: Abraham Kohn im Lichte der Geschichtsforschung. S. 16. Dortselbst das Zeugnis vom 27. X. 1830 gefertigt: ״Herz Homberg K. K. Schulrat, außerordentlicher Lehrer der relig. Moral für Juden, Verfasser des Bnei Zion".