Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Herz Homberg in Galizien
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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220 Lebensjahr gesellschaftlich mit dem Rabbiner Salomon Löb Rappoport, der im Jahre 1840 aus Tarnopol in ׳Galizien nach Prag berufen wurde. In dem brieflichen Nachlaß des großen Rabbiners und Historikers*) fand ich folgendes Schreiben der Witwe .Homberg an Rappoport, das ich hier wortgetreu wiedergebe. Sr. Wohlgeboren Herrn Salomon Rapeport (!) erster Oberjurist ldurch Güte) in Prag. Wien, den 26. März 1847. Sr. Wohlgeboren Herrn Rabiner (!) Salomon Rapeport! Verehrungswürdiger Herr Rabiner! Sie sagten mir in Prag daß Ihnen einerley: Herr Rabiner oder Herr Oberjurist genannt zu werden! Und ich aus einer Gemeinde aus Fürth bey Nürnberg gebürtig, von Jugend an an das seuerliche (!) religioes begriffene Wort: ״Herr Rabiner" gewöhnt, freue mich, es beybehalten zu können. Ich hoffe daß meine gegenwärtigen Zeilen Sie und Ihre werte Familie bey erwünschtem Wohlseyn trifft. Da die Höchste Hofstelle mir und meinen Töchtern den lebenslänglichen unentgeltlichen Aufenthalt in Wien erteilte, ich in Prag gar keine Familie und hier in Wien ansässige Kinder und viele Verwandten habe, so ziehe ich es vor, die Lebenszeit, die mir von dem Lieben Gott noch gegönnt, hier im Zirkel meiner Familie zu verleben. Ein verheuratheter (!) Sohn von mir, der in Jh (!) etabliert ist, hat mich ohnlävgst zu meiner Freude — da er just ein Geschäft in Wien hatte — überrascht. Er war mehrere Wochen hier. Ich sprach und rühmte mehreres von Ihnen, werthgeschätzter Herr Rabbiner, *) Die Familie übergab mir einige hundert Briefe an R. Zur ׳literarischen Verwertung. Ich werde dieselben in nächster Zeit Herausgebern