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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 216

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Herz Homberg in Galizien
Date
1916-01-01
Page
Seite 216 (sequence 28)
Language
German
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216 — Von Herz Homberg, einem Schüler Mendelssohns," Augsburg 1812 bei Matias Rieger?) Die Bestimmung dieses Lehrbuches lernen wir aus der Einleitung kennen. Dort lesen wir, daß ״Seine K. K. apostol. Majestät, unablässig beschäftiget, die echte Wohlfart, die ohne gute Sitten nicht erreichbar ist, bei allen ihren Unterthanen zu befördern, haben ... ein religiös-moralisches Lehrbuch verfassen zu lassen geruhet... und befohlen, 1) daß dieses Lehrbuch in allen jüdischen Schulen der deutschen Erbstaaten eingeführt, 2) daß jeder Bräutigam und jede Braut von der israelitischen Nation, da sie um die Heiratsbewilligung ansuchen, über den Inhalt Dieses Lehrbuches von dem Kreisamte geprüft werden und nur dann die Bewilligung zu heiraten erhalten, wenn sie bei der Prüfung wohl bestanden sind". Dieser zweite Absatz der Einleitung (Dekret der K- K. Studien-Hof'Kommission vom 14. Dezember 1810, ZI. 1883, intimiert für Galizien mit dem Gubernialdekret vom 15. Februar 1811, Zl. 2890,) führte für die schon ohnehin in ihrem Heiratsrecht eingeschränkten Juden, die sogenannten ״Heiratsprüfungen" ein, bei denen Protektion und Geld die Hauptrolle spielten. Schwer lastete diese Pflicht schon auf dem böhmischen Juden, der galizische aber, welcher der deutschen Sprache fast unkundig war, konnte überhaupt die Prüfung nicht bestehen. Um daher der Militär-, Steuer-, Prüfungspflicht zu entgehen, heirateten die galizischen Juden nur rituell, d. i., sie strebten keine Heiratsbewilligung an, sondern ließen sich von irgend einem privaten Manne trauen. Wie stark diese ״Ritualehen" überhand nahmen, belehrt uns die Statistik, der wir nur zwei Daten entnehmen. Im Jahre 1825 gab es in Galizien 46 488 jüdische Familien, im Jahre 1826 48610, somit sind in dem 1) Angekündigt in ״Sulamith" 1812, IV 1 S. 182. Das Buch ist zu bekommen ״in Wien, im Verlagsgewölbe des K. K. Schulbücherverschleißes bei St. Anna in der Johannisgasse".-

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